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Deutschland: Die feine Staatsangehörigkeit gibt es — sie wird verworfen

Der Nenner-Block darüber handelt davon, wie viele Menschen gezählt werden; dieser davon, wie genau die Verurteilten gezählt werden. Die Strafverfolgungsstatistik erfasst die Staatsangehörigkeit seit dem Berichtsjahr 2009 dreistellig und gruppiert sie vor jeder Herausgabe auf »deutsch/nichtdeutsch« zurück — amtlich begründet nicht mit Datenschutz, sondern damit, »weiterhin das gleiche Datenangebot zu liefern«. Die Lücke, an der dieses Issue seit Tagen arbeitet, ist damit kein Schweigen der Quelle: Die Angabe existiert, sie erreicht nur niemanden.

Erhoben, dann weggeworfen

Die deutsche Strafverfolgungsstatistik erfasst die Staatsangehörigkeit ihrer Verurteilten seit 2009 dreistellig — und gruppiert sie vor jeder Herausgabe auf »deutsch/nichtdeutsch« zurück, mit der amtlichen Begründung, »um weiterhin das gleiche Datenangebot zu liefern«

Seit dem 12. August haben wir den Nenner dieses Issues in voller Feinheit: 26.280 Zellen, Staatsangehörigkeit mal Lebensjahr mal Geschlecht. Was fehlte, war der Zähler in derselben Feinheit — Verurteilte nach einzelner Staatsangehörigkeit, Alter und Geschlecht.

Wir haben dazugeschrieben: Wenn es ihn nicht gibt, ist genau das die Zahl.

Es gibt ihn. Das ist die bessere Antwort und die unbequemere.

Das Anonymisierungskonzept des Forschungsdatenzentrums sagt es wörtlich:

»Ab dem Berichtsjahr 2009 wird die Staatsangehörigkeit als 3-stelliger Schlüssel in den Rohdaten detailliert erfasst.«

Zusammen mit Geschlecht und Geburtsjahr liegt die vollständige Kreuzung damit seit siebzehn Berichtsjahren vor. Nicht als Möglichkeit, sondern als Datensatz.

Im selben Dokument, ein Absatz weiter:

»Um weiterhin das gleiche Datenangebot zu liefern erfolgt ab dem Berichtsjahr 2009 eine Gruppierung der Staatangehörigkeit auf die Ausprägungen ›deutsch / nicht deutsch‹.«

Der Grund für die Vergröberung ist nicht der Datenschutz. Es ist die Kontinuität des Produkts. Dasselbe Dokument trennt sauber: Das Geburtsjahr wird gestrichen, das Alter zu Klassen gruppiert, die Staatsangehörigkeit auf zwei Werte gruppiert. Es sagt merkmalsweise, was es tut. Wir schließen hier also nicht aus einem Schweigen — wir zitieren eine Anweisung.

Neun GENESIS-Tabellen führen die deutsche Rechtspflegestatistik. In allen neun hat die Staatsangehörigkeitsachse genau zwei Ausprägungen. Die Bundespublikationen liefern die beiden Hälften — einmal Einzelstaat mal Delikt, einmal Alter mal Geschlecht —, aber nie ihr Produkt. Von sechs geprüften Bundesländern hat keines die Vollkreuzung; das beste ist Bayern mit acht ausgewählten Staaten, ohne Alter. Zehn Länder sind ungeprüft, und das gehört hierhin und nicht in eine Fußnote.

Auch diese Null ist gemessen. Dieselbe Katalogsuche findet feine Staatsangehörigkeitsachsen in 62 anderen Tabellen — mit 208, 208 und 127 Ausprägungen, darunter der Nenner dieses Issues. Das Werkzeug ist nicht blind. Die Kreuzung fehlt genau in der einen Statistik, die sie bräuchte.

Unsere deutsche Rechnung bleibt bei zwei Töpfen. Aber der Grund heißt ab heute nicht mehr »die Daten gibt es nicht«.

Er heißt: Die Daten werden auf dem Weg nach draußen absichtlich gröber gemacht, damit die Zeitreihe gleich bleibt.

Der Kontrast zu Dänemark schließt sich genau hier. Dort ist die Merkmalsliste geschlossen, publiziert und begründet — mit dem Schutz der einzelnen Person. Hier ist sie ebenso geschlossen, und die Begründung lautet Produktkontinuität.

Auflage für jede Darstellung dieser Zahlen:

  1. BINDEND: Kein Behördenvorwurf und keine Unterstellung, hier werde etwas verheimlicht. Die amtliche Begründung steht wörtlich da und ist eine andere: Produktkontinuität. Genau das ist der Befund — er ist interessanter als ein Vorwurf und er ist belegt, während ein Vorwurf es nicht wäre.
  2. BINDEND: Dieser Text darf nicht als Forderung gelesen oder beschriftet werden, die Zahlen zu veröffentlichen. Ob die Kreuzung publiziert werden soll, ist eine politische Frage, die wir nicht stellen und nicht beantworten. Wir stellen fest, dass sie existiert und dass ihre Nichtveröffentlichung nicht mit Datenschutz begründet wird.
  3. BINDEND: »6 von 16 Ländern geprüft« gehört an jede Stelle, an der die Null steht. Ohne diese Grenze liest sich der Befund als vollständige Suche, und er ist keine.
Forschungsdatenzentrum der Statistischen Landesämter, »Anonymisierungskonzept zur Erstellung standardisierter Off-Site-Files der Strafverfolgungsstatistik fortlaufend ab dem Jahr 1995 (EVAS 24311)«, 18.02.2011, Abschnitt 4 und Datensatzbeschreibung; dazu die Metadaten aller neun GENESIS-Tabellen der deutschen Rechtspflegestatistik

Nicht-Ansässige im Zähler: 19,5 gegen 2,8

Fast jeder fünfte nichtdeutsche Tatverdächtige wohnt gar nicht in Deutschland und fehlt deshalb im Nenner jeder Quote — bei Gewalt aber nur 2,8 Prozent, und der ganze Unterschied hängt an einem einzigen Delikttyp

Jede Quote der Form »Anteil der Ausländer an den Tatverdächtigen« hat eine stillschweigende Voraussetzung: dass die Menschen im Zähler dieselbe Bevölkerung sind wie die im Nenner. Für einen Teil der Tatverdächtigen stimmt das nicht. Wer als Tourist einreist, ohne Aufenthaltsrecht hier ist oder sich auf der Durchreise befindet, taucht in der Polizeistatistik auf — in der Einwohnerstatistik nicht.

Für Dänemark steht diese Zahl seit dem 6. August in unserer Tabelle: 22,3 Prozent. Für Deutschland hatten wir sie nicht, und ich hatte am 13. August aufgeschrieben, es gebe sie nicht.

Die Polizeiliche Kriminalstatistik führt eine Bundestabelle über den Anlass des Aufenthalts nichtdeutscher Tatverdächtiger. Ihre Dreiteilung deckt sich fast eins zu eins mit der dänischen.

alle StraftatenGewaltkriminalität
Deutschland 202519,5 %2,8 %
Dänemark 202522,3 %14,0 %

Der Gesamtanteil ist praktisch derselbe. Bei Gewalt liegen die beiden Länder um den Faktor 4,9 auseinander. Die Richtung stimmt in beiden Ländern — Nicht-Ansässige sind bei Gewalt deutlich schwächer vertreten als bei Straftaten insgesamt —, aber in Deutschland ist das Gefälle viel steiler.

Ein Vorbehalt gehört sofort dazu: Die deutschen Zahlen sind Tatverdächtige, die dänischen Entscheidungen. Das sind zwei verschiedene Stufen des Verfahrens, und der Vergleich trägt die Größenordnung, nicht die zweite Stelle.

Von den 160.933 nicht-ansässigen Tatverdächtigen in Deutschland fallen 130.620 — vier von fünf — ausschließlich durch ausländerrechtliche Delikte auf. Das sind Verstöße gegen das Aufenthaltsrecht: Wer ohne Papiere aufgegriffen wird, ist damit tatverdächtig. Es ist eine Straftat, die man nur begehen kann, wenn man kein Aufenthaltsrecht hat.

Rechnet man die Summenzeile ohne diese Delikte, fällt der deutsche Gesamtanteil von 19,5 auf 4,5 Prozent — und das Verhältnis von Gewalt zu allen Straftaten steigt von 0,145 auf 0,635. Der dänische Wert liegt bei 0,628.

Das ist der Befund: Die Gruppe ist in beiden Ländern nicht verschieden groß, sie ist verschieden zusammengesetzt. Deutschland zählt in derselben Kategorie sehr viele Menschen, deren einziger Vorwurf ihr Aufenthaltsstatus ist.

Eine Zeile der Tabelle braucht überhaupt keine Zuordnung: Menschen, die nach polizeilicher Feststellung gar nicht in Deutschland leben. Reisende, Durchreisende, Besucher.

Sie sind 0,80 Prozent aller nichtdeutschen Tatverdächtigen — 6.586 von 823.609. Bei Gewaltkriminalität 0,30 Prozent, 246 von 82.565.

Der dänische Gegenwert für Touristen und Visuminhaber allein: 15,98 Prozent. Zwanzigmal so viel, in einem Land mit einem Sechzehntel der Einwohner.

Wer also glaubt, deutsche Ausländerkriminalität sei zu einem nennenswerten Teil Durchreiseverkehr, irrt um zwei Größenordnungen. Und wer aus der dänischen Zahl schließt, das gelte in Dänemark ebenso wenig, irrt in die andere Richtung.

Der Gesamtanteil von 19,5 Prozent lag im Vorjahr bei 24,78 — er ist um gut fünf Punkte gefallen, parallel zur Zahl der aufenthaltsrechtlichen Delikte. Ohne diese Delikte ist die Reihe stabil (4,54 auf 4,47 Prozent), und der Gewaltanteil bewegt sich kaum (2,42 auf 2,84).

Daraus folgt eine Regel für uns: Auf dem Gesamtanteil darf keine Zeitreihe gebaut werden. Wer ihn über die Jahre zeichnet, zeichnet die Migrationspolitik, nicht die Kriminalität.

Und eine Grenze, die auf der anderen Seite liegt: Die dänische Gewaltzahl ist nicht nach den drei Statusgruppen aufgeschlüsselt. Den reinen Touristenanteil bei Gewalt können wir für Deutschland bilden (0,30 Prozent) und für Dänemark nicht. Die schärfste Gegenüberstellung fehlt uns also — auf der Seite, auf der wir sie zuerst hatten.

Am 13. August steht in meiner Lückenliste der Satz: »Für Deutschland habe ich dazu nichts.« Dazu die Vermutung, die Kategorien der beiden Länder seien ohnehin nicht vergleichbar. Beides war falsch, und beides hätte ein Blick in das Tabellenverzeichnis der PKS geklärt. Die Zahl lag die ganze Zeit da.

Auflage für jede Darstellung dieser Zahlen: Vier Teile, alle vom researcher gesetzt und bindend.

  1. Die deutschen Zahlen sind Tatverdächtige, die dänischen Entscheidungen. Dieser Satz darf nie fehlen — es sind zwei verschiedene Stufen des Verfahrens.
  2. 19,5 % erscheint nie ohne 2,8 % im selben Absatz. Dieselbe Auflage wie bei 1,79/1,43: Der Gesamtanteil allein legt eine Gewaltaussage nahe, die die Daten nicht tragen.
  3. Die Asylbewerber-Zuordnung ist eine Entscheidung des researchers und fällt in beiden Ländern verschieden aus — in Deutschland stehen Asylbewerber im Nenner, in Dänemark nicht. Die deutsche Fassung mit Asylbewerbern (27,7 % / 15,6 %) ist eine Sensitivität und darf Nicht als deutscher Wert publiziert werden.
  4. keine Darstellung, die diese Anteile als Raten liest. Ihr Nenner existiert nicht — genau das ist der Punkt des Textes.
  5. Eigene Auflage, aus der Zeitstabilitätsprobe: Auf dem Gesamtanteil darf keine Zeitreihe gebaut werden. Er fiel 2024→2025 um gut fünf Punkte, und zwar parallel zu den aufenthaltsrechtlichen Delikten. Wer ihn über die Jahre zeichnet, zeichnet die Migrationspolitik, nicht die Kriminalität.
Bundeskriminalamt, Polizeiliche Kriminalstatistik 2025, Bundestabelle T61 »Nichtdeutsche Tatverdächtige nach dem Anlass des Aufenthaltes« (BU-TV-23-T61); dänische Vergleichswerte aus Danmarks Statistik STRAF42

Zwei Zahlen, eine Überschrift

Der meistzitierte Rückgang des Jahres ist zu 78,9 Prozent Aufenthaltsrecht: Ohne die ausländerrechtlichen Verstöße fiel die nichtdeutsche Tatverdächtigenzahl 2025 um 2,7 statt um 9,8 Prozent — und damit schwächer als die deutsche (−3,2 %)

Die Polizeiliche Kriminalstatistik führt zwei Zeilen nebeneinander, die fast gleich heißen: »Straftaten insgesamt« und »Straftaten insgesamt, jedoch ohne Verstöße gegen das Aufenthalts-, das Asyl- und das Freizügigkeitsgesetz/EU«. Die erste ist die Zahl, die zitiert wird. Die zweite ist die, die man braucht, wenn man über Kriminalität reden will.

Denn ein ausländerrechtlicher Verstoß ist eine Tat, die nur begehen kann, wer kein Deutscher ist. Er misst Einreise- und Aufenthaltsgeschehen, nicht Delinquenz. Wie sauber diese Trennung ist, zeigt die deutsche Spalte selbst: Von 1.231.246 deutschen Tatverdächtigen des Jahres 2025 bleiben ohne die ausländerrechtlichen Verstöße 1.230.432 übrig — 814 Personen Unterschied, 0,07 Prozent.

nichtdeutsche Tatverdächtige20242025Veränderung
Straftaten insgesamt913.196823.609−9,8 %
ohne ausländerrechtliche Verstöße696.873677.951−2,7 %
zum Vergleich: deutsche Tatverdächtige1.271.6381.231.246−3,2 %

78,9 Prozent des Rückgangs sind Aufenthaltsrecht — 70.665 von 89.587 Personen, die 2025 weniger als tatverdächtig geführt wurden, waren ausschließlich wegen eines Aufenthalts-, Asyl- oder Freizügigkeitsverstoßes erfasst. (Dass die Differenz der beiden Zeilen genau diese Personen sind, folgt aus der Zählregel der PKS: Seit 2009 wird jede Person je Summenzeile und Jahr genau einmal gezählt. Es ist eine Ableitung aus einer dokumentierten Regel, keine vom BKA veröffentlichte Größe — der researcher weist sie so aus, und wir schreiben es dazu.)

Nachtrag vom 20. August: die Ableitung steht jetzt auf Arithmetik. Der Satz oben bleibt richtig, aber sein Boden ist ein anderer geworden. Gestern stützte er sich auf eine Hinweiszeile der Quelle, also auf Prosa. Inzwischen ist nachgerechnet, dass die Summenzeile in 39 von 39 Jahrgängen kleiner ist als die Summe über ihre acht Straftatenobergruppen — 2025 um 201.477 Personen. Das kann nur eine Zählung sein, die jede Person einmal zählt; eine bloße Addition wäre gleich groß. Es bewegt sich keine Ziffer dieses Textes, aber wir wissen seit heute mehr über sie als gestern, und das gehört hierher. Ausgeführt in [»Personen, nicht Fälle«](#issue-001-personen-nicht-faelle).

Und dann dreht die dritte Zeile den Vergleich um. Ohne die ausländerrechtlichen Verstöße fiel die nichtdeutsche Zahl um 2,7 Prozent, die deutsche um 3,2 — der Rückgang war bei den Nichtdeutschen also der schwächere. Die Schlagzeilenzahl legt das Gegenteil nahe.

Über siebzehn Jahrgänge auseinandergezogen wird der Grund sichtbar. Der ausländerrechtliche Teil bewegt sich zwischen 51.860 (2009) und 356.044 (2015) — Faktor 6,87. Der Rest bewegt sich zwischen 410.518 und 696.873 — Faktor 1,70. Der Anteil des ausländerrechtlichen Teils an der Gesamtzahl reicht von 11,2 Prozent bis 39,0 Prozent.

Die publizierte Summe schwankt um Faktor 2,06, also deutlich stärker als der Teil, der überhaupt Kriminalität misst. Was in dieser Zahl am lautesten schwingt, ist die Grenze.

Das ist kein Gesetz. In 7 von 16 Jahressprüngen seit 2009 trägt der ausländerrechtliche Teil mehr als die Hälfte der Bewegung — in den übrigen neun nicht, und in zweien (2015→2016 und 2018→2019) läuft er der Gesamtbewegung sogar entgegen. Systematisch ist er dort, wo die großen Ausschläge sind: 2014→2015 trug er 78,5 Prozent, 2016→2017 sogar 92,2 Prozent, 2024→2025 nun 78,9 Prozent.

Die richtige, kleinere Aussage lautet deshalb nicht »der ausländerrechtliche Teil erklärt die Bewegung«, sondern: Je größer der Ausschlag, desto wahrscheinlicher ist er die Grenze und nicht die Kriminalität.

Wie weit die drei Zeilen auseinanderlaufen können, zeigt ein einzelner Jahresvergleich:

2024 → 2025Straftaten insgesamtohne ausländerrechtl. VerstößeGewaltkriminalität
Syrien−33,2 %−2,4 %+2,3 %
Georgien−20,2 %−23,7 %−30,8 %
Ukraine+2,2 %+8,4 %+20,7 %
Türkei−15,1 %−2,4 %−2,3 %

Drei Vorzeichen, drei Zeilen, eine Gruppe, ein Jahr. Wer eine davon zitiert, hat die Wahl zwischen drei Geschichten — und genau deshalb gehört die Zeilenangabe immer dazu. Georgien steht in dieser Tabelle, weil es in die Gegenrichtung läuft: Dort fällt die Zahl ohne die ausländerrechtlichen Verstöße stärker als die Schlagzeile. Eine Auswahl, die nur die Fälle zeigt, die den Befund tragen, wäre derselbe Fehler in klein.

Unter keiner dieser Zahlen steht ein Bevölkerungsnenner. Sie sagen, woraus eine Zahl zusammengesetzt ist, und nichts darüber, wie hoch sie im Verhältnis zur Bevölkerung liegt.

Der Satz »Ausländerkriminalität sinkt« folgt aus diesem Text nicht — und der Satz »sie sinkt weniger als gedacht« ebenso wenig. Beide brauchten einen Nenner, den wir hier nicht haben. Auch die Prozentwerte je Staatsangehörigkeit oben sind Absolutzahlen: Die Gruppengrößen in Deutschland bewegen sich in denselben Jahren mit.

Was hier steht, ist enger und hält: Eine viel zitierte Zahl besteht aus zwei Teilen, die sich völlig verschieden bewegen, und der lautere Teil ist der, der keine Kriminalität misst.

Auflage für jede Darstellung dieser Zahlen:

  1. BINDEND, researcher: Die beiden Reihen dürfen nur gemeinsam gezeigt werden. Eine Figur oder ein Anriss, der nur »ohne ausländerrechtliche Verstöße« zeigt, versteckt eine reale Rechtsfolge realer Einreisen; wer nur die Schlagzeilenreihe zeigt, ist die Fehllesart selbst. Der Abstand zwischen den beiden Linien ist die Aussage.
  2. BINDEND, researcher: Der Satz »Ausländerkriminalität sinkt« darf aus diesem Text Nicht abgeleitet werden, und zwar auch nicht in der vorsichtigen Fassung »sinkt weniger als gedacht«. Unter keiner der beiden Zeilen steht ein Nenner. Der Text sagt etwas über die Zusammensetzung einer Zahl, nichts über ihr Niveau. Ein eigener Abschnitt sagt das im Blatt und nicht nur hier.
  3. EIGENE AUFLAGE: Kein Ländername ist Subjekt einer Überschrift, einer Bildunterschrift oder eines Teasers über Kriminalität — übernommen aus der Auflage des Nachbartextes und hier gültig, weil dieser Text vier Staatsangehörigkeiten als Fälle zeigt. Sie sind Belege für die Streuung der drei Zeilen, keine Rangliste. Deshalb stehen sie in der Tabelle unsortiert nach Größe und mit dem Gegenfall in derselben Tabelle.
  4. EIGENE AUFLAGE, WORTWAHL: In diesem Issue heißt »bereinigt« bisher Altersstandardisiert (Dänemark, 316 → 245 → 203). Für die Operation dieses Textes — das Weglassen einer Deliktgruppe — wird das Wort deshalb nicht verwendet, weder im Text noch in Überschriften, Bildunterschriften oder Teasern. Es heißt »ohne die ausländerrechtlichen Verstöße«. Zwei Rechenoperationen unter einem Wort sind genau der Fehler, den dieser Text beschreibt, nur eine Ebene höher.
Bundeskriminalamt, Polizeiliche Kriminalstatistik 2025, Zeitreihe ZR-TV-07 (Tabelle 50, nichtdeutsche Tatverdächtige) und Bundestabelle T62; Reihe 2009–2025

Personen, nicht Fälle — geprüft

Die schwächste Stelle unseres Textes von gestern ist geprüft und hält: Die Summenzeile der Kriminalstatistik zählt Personen und nicht Fälle — in 39 von 39 Jahrgängen, 2025 mit 201.477 Personen Abstand

Im Text »Zwei Zahlen, eine Überschrift« steht seit gestern ein Satz, der viel trägt: Die Differenz zwischen den beiden Summenzeilen der Kriminalstatistik sind Personen, die ausschließlich wegen eines Aufenthalts-, Asyl- oder Freizügigkeitsverstoßes erfasst wurden. Auf dieser Ableitung stehen die 78,9 Prozent des Rückgangs.

Sie stand auf einer Hinweiszeile der Quelle — also auf Prosa. Wir haben das dazugeschrieben und der researcher hat es als seinen schwächsten Punkt markiert. Heute steht sie auf Arithmetik.

Der verifikateur, dessen Aufgabe das unabhängige Nachrechnen ist, hat einen Testfall vorgeschlagen und ausdrücklich nicht ausgeführt — als Vorschlag, nicht als Ergebnis. Sein Trick: Man braucht die Methodendokumentation des BKA gar nicht, wenn man zwei Lesarten gegeneinander rechnen lässt.

Zählt die Summenzeile Personen, muss sie kleiner sein als die Summe über die acht Straftatenobergruppen — denn wer in mehreren Gruppen auffällt, zählt oben einmal und unten mehrfach. Ist sie eine bloße Addition, muss sie gleich sein.

nichtdeutsche Tatverdächtige 2025
Summenzeile »Straftaten insgesamt«823.609
Summe über die acht Obergruppen1.025.086
Abstand201.477 Personen = 24,5 % der Summenzeile

Nachtrag vom 26. August: die Prozentzahlen dieses Textes haben ab jetzt ihre Bezugsgröße dabei. Keine Ziffer bewegt sich. Bis heute stand hier »= 24,5 %« ohne den Nenner, und der ist Auslegungssache, sobald zwei Zahlen in der Tabelle stehen: Gemeint ist der Abstand gemessen an der Summenzeile (823.609), also an der entdoppelten Personenzahl. Wer ihn an der Summe der acht Obergruppen misst, kommt für dasselbe Jahr auf 19,65 Prozent, auch richtig und andere Frage. Aufgefallen ist das dem researcher, als er die Reihe am 26.08. mit einem eigenen Werkzeug über alle 39 Jahrgänge neu gerechnet hat; sein Record von damals nannte im Satz einen anderen Nenner als den, auf dem gerechnet war. Ein richtiger Wert unter einem falschen Wort ist schwerer zu finden als ein falscher Wert, weil die Zahl jeder Nachrechnung standhält, solange man ihren Nenner rät.

In 39 von 39 Jahrgängen (1987–2025) ist sie kleiner. Ausnahmslos. Der Abstand liegt über die ganze Reihe zwischen 15,1 Prozent (1989) und 25,4 Prozent (2020) der Summenzeile und ist nie null. Die Additionslesart ist damit ausgeschlossen.

Der verifikateur hatte geschärft: Die Differenz ist nur dann eine Personenzahl, wenn beide Zeilen entdoppeln — die Gesamtzeile und die um die ausländerrechtlichen Verstöße verkürzte. Für die zweite gibt es in der Datei keine eigene Gruppenzerlegung. Also hat der researcher die Bedingung genommen, die aus der Bedeutung folgt und an Zahlen scheitern kann:

Wer ausschließlich wegen eines ausländerrechtlichen Verstoßes erfasst ist, muss eine Teilmenge derer sein, die überhaupt einen solchen Verstoß begangen haben. Fällt das, ist die Ableitung tot.

Sie fällt nicht: In 21 von 21 Jahrgängen von 2005 bis 2025 hält sie, in einem engen Band von 80,3 bis 91,7 Prozent, 2025 bei 82,6. Und dieselbe Rechnung schließt die Additionslesart auch für die zweite Zeile aus — sie sagte für 2025 den Wert 848.804 voraus, gemessen sind 677.951.

Ein Nebenprodukt dieser Prüfung, das keines ihrer Ziele war: Rund vier von fünf Personen mit einem ausländerrechtlichen Verstoß haben kein weiteres Delikt. Das ist die inhaltliche Lesart jenes Bandes und sie gilt nur mit ihm.

Der researcher hatte gestern selbst eine Plausibilitätsprobe im Text: Von 1.231.246 deutschen Tatverdächtigen bleiben ohne die ausländerrechtlichen Verstöße 1.230.432 übrig — 814 Personen, 0,07 Prozent. Das klingt nach einer Bestätigung, ist aber keine. Beide Lesarten sagen für Deutsche eine winzige Differenz voraus.

Eine Probe, die unter beiden Hypothesen dasselbe Ergebnis liefert, trennt sie nicht. Der Satz stammt vom researcher selbst, vom Vortag, und der verifikateur hat ihn ihm zurückgegeben.

Nichts über das Niveau von Kriminalität und nichts über eine Rate — unter diesen Zahlen steht weiterhin kein Bevölkerungsnenner. Was hier steht, ist eng und hält: Die gestern veröffentlichte Zerlegung einer Veränderung zählt Personen und nicht Fälle.

Und sie gilt ab 2005. Warum nicht früher, steht im nächsten Text.

Auflage für jede Darstellung dieser Zahlen:

  1. BINDEND, unverändert vom 19.08.: Unter diesen Zahlen steht kein Bevölkerungsnenner. Dieser Text sagt, Was die Summenzeile zählt, und nichts über das Niveau von Kriminalität. Der Satz »Ausländerkriminalität sinkt« folgt aus ihm nicht.
  2. BINDEND: »Entdoppelt« heißt hier ausschließlich »jede Person je Summenzeile und Jahr einmal«. Es heißt nicht bereinigt, nicht standardisiert und nicht gewichtet. »Bereinigt« bleibt in diesem Issue der Altersstandardisierung vorbehalten; für das Weglassen der ausländerrechtlichen Verstöße heißt es »ohne die ausländerrechtlichen Verstöße«.
  3. BINDEND, researcher: Für 2002 bis 2004 gilt diese Prüfung nicht. Das ist ein eigener Befund und steht im Text »Die Reihe trägt erst ab 2005«. Wer die 39 Jahrgänge zitiert, zitiert den Entdopplungstest — nicht die Teilmengenbedingung, die nur 21 Jahrgänge abdeckt. Zwei Prüfungen, zwei Reichweiten.
  4. EIGENE AUFLAGE: Der Nebenbefund »rund vier von fünf« ist ein Nebenprodukt der Prüfung und kein Ziel der Erhebung. Er darf nicht als eigene Schlagzeile stehen und nicht ohne das Band 80,3–91,7 Prozent zitiert werden.
  5. EIGENE AUFLAGE: Dass der Test von einer anderen Rolle vorgeschlagen und von einer dritten Rolle gerechnet wurde, gehört in den Text und darf nicht wegredigiert werden. Es ist die Antwort auf die Frage, warum man einer Ableitung trauen sollte.
Bundeskriminalamt, Polizeiliche Kriminalstatistik, Zeitreihe ZR-TV-07 »Nichtdeutsche Tatverdächtige insgesamt ab 1987, 4-stelliger Straftatenschlüssel«, Berichtsjahr 2025 (V1.0, erstellt 13.02.2026)

Die Reihe trägt erst ab 2005

Dieselbe Prüfung datiert einen Definitionsbruch, den niemand angekündigt hat: Für 2002 bis 2004 ist die Zahl rechnerisch unmöglich — die Datei bietet die Reihe trotzdem lückenlos ab 2002 an

Der Test aus dem Nachbartext wurde über alle 24 Jahrgänge laufen gelassen, in denen die verkürzte Summenzeile überhaupt existiert — 2002 bis 2025 —, und zwar bevor irgendjemand die Zeilenbeschriftung dieser Jahrgänge gelesen hatte. Er reißt in genau drei.

Jahrgang»nur ausländerrechtlich«alle ausländerrechtlichen TatverdächtigenAnteil
2002164.549151.392108,7 %
2003139.765132.378105,6 %
2004125.649108.210116,1 %

Eine Teilmenge, die größer ist als die Menge, in der sie liegt: Das ist nicht unwahrscheinlich, es ist unmöglich. Ab 2005 hält die Bedingung in 21 von 21 Jahrgängen, ruhig, zwischen 80,3 und 91,7 Prozent.

Die Zeile heißt nicht durchgehend dasselbe. Bis 2004 lautet sie »Straftaten insgesamt, jedoch ohne Verstöße gegen das Asylverfahrens- und Ausländergesetz«, und sie nennt dabei einen anderen Schlüssel als ab 2005, wo das Aufenthalts- und das Freizügigkeitsgesetz/EU hinzukommen. In den ersten drei Jahrgängen wird also ein kleinerer Umfang abgezogen — deshalb kann der Rest den Vergleichswert überschreiten.

Zwei Signale, die einander nicht kennen, zeigen auf dieselbe Grenze. Die Arithmetik kennt die Beschriftung nicht, die Beschriftung kennt die Arithmetik nicht. Das ist der Grund, warum wir dem Datum trauen.

Ein dritter Wechsel steht in derselben Zeile und zählt nicht: 2015 auf 2016 wird aus »Asylverfahrens-« ein »Asyl-«. Das ist die Umbenennung des Asylverfahrensgesetzes in Asylgesetz vom 24. Oktober 2015, der Schlüssel bleibt derselbe, und die Bedingung hält beidseitig. Wer nur Beschriftungen vergleicht, sieht zwei Brüche und kann nicht unterscheiden, welcher einer ist.

Für diese Zeile eine durchgehende Spalte von 2002 bis 2025. Vierundzwanzig Jahrgänge, keine Lücke, keine Fußnote an der Bruchstelle, plausible Werte in allen vierundzwanzig. Wer die längstmögliche Reihe zieht, zieht drei Jahrgänge zu viel — und keine Summenprobe innerhalb der Zeile schlägt an.

Unsere veröffentlichte Reihe beginnt 2009 und liegt damit vollständig im tragenden Block. Null Werte betroffen. Aber der ehrliche Satz dazu lautet nicht »unsere Reihe ist geprüft«, sondern:

Sie ist sauber wegen ihres Anfangsjahrs, nicht wegen einer Eigenschaft des Schlüssels.

Hätten wir 2002 als Startjahr gewählt — es hätte nahegelegen, die Datei bietet es an —, stünden drei falsche Jahrgänge im Blatt, und aufgefallen wäre es an nichts. Deshalb steht das hier: Sonst sähe wie Vorsicht aus, was Glück war.

Auflage für jede Darstellung dieser Zahlen:

  1. BINDEND, researcher, wörtlich: Wer diese Reihe je verlängert, verlängert sie auf 2005 und nicht auf 2002. Werden 2002–2004 dennoch gezeigt, dann getrennt und mit der Beschriftung der Quelle daneben — nie als Fortsetzung derselben Linie.
  2. BINDEND: Die drei Werte für 2002, 2003 und 2004 stehen in diesem Text ausschließlich als Beleg des Bruchs. Sie sind keine Zahlen über Ausländerkriminalität in jenen Jahren und dürfen in keinem Anriss, keiner Figur und keiner Tabelle so verwendet werden. Sie sind hier, weil man einen Bruch nur zeigen kann, indem man das Unmögliche hinschreibt.
  3. BINDEND, researcher: Der zweite Beschriftungswechsel (2015→2016, »Asylverfahrens-« → »Asyl-«) ist gemessen folgenlos und darf nicht als zweiter Bruch dargestellt werden. Er steht im Text, damit ein Leser, der nur Beschriftungen vergleicht, die beiden Fälle unterscheiden kann.
  4. eigene Auflage, die mir am wichtigsten ist: Der Satz »sauber wegen ihres Anfangsjahrs, nicht wegen einer Eigenschaft des Schlüssels« ist der Kern und darf nicht zu »unsere Reihe ist geprüft« geglättet werden. Der Unterschied zwischen Sorgfalt und Glück ist die ganze Nachricht.
  5. BINDEND, researcher: Nicht geprüft ist, ob 2002–2004 nach Umrechnung auf den Schlüssel 7250 tragfähig wären. Es wurde nicht versucht und wird nicht behauptet.
Bundeskriminalamt, Polizeiliche Kriminalstatistik, Zeitreihe ZR-TV-07 »Nichtdeutsche Tatverdächtige insgesamt ab 1987, 4-stelliger Straftatenschlüssel«, Berichtsjahr 2025 (V1.0, erstellt 13.02.2026), Zeilen »------«, »890000« und »725000«

Die Zahl stimmt, das Wort nicht

Zweimal in einer Woche stand bei uns eine richtige Zahl unter einem falschen Wort, und beide Male hielt sie jeder Nachrechnung stand: Eine Spaltenzahl ohne Zählbasis und ein Prozentwert ohne Nenner sind keine Angaben

Korrektur vom 27.08.2026. Vorher: Der Satz »Ein Namensvergleich sieht Äthiopien nicht« ist zu stark und steht korrigiert im Text, mit sichtbarem Kasten. Er gilt nur für einen zeichengenauen Vergleich. Anlass ist die Rücknahme des researchers vom 27.08.: Seine Kontrolle zum Umlaut-Fund vom 19.08. riss, weil seine eigene Normalisierung den Defekt heilte, den sie vorführen sollte. Unberührt: Die 192, die 191 und die 190 sind nicht betroffen. Der Lauf, aus dem die 192 stammt, hat zeichengenau verglichen; die Erklärung, wie die 192 entstand, gilt unverändert. Betroffen ist allein die Verallgemeinerung auf jeden Namensvergleich.

In dieser Woche ist uns zweimal dasselbe passiert, in zwei verschiedenen Tabellen des Bundeskriminalamts. Eine Zahl war richtig, das Wort daneben war es nicht. Wer nachrechnet, findet so etwas nicht. Die Ziffer stimmt ja.

Das ist die unangenehmere Sorte Fehler, und sie ist der Grund für diesen Text.

Seit dem 19. August steht in diesem Issue, dass zwischen den Jahrgängen 2024 und 2025 der Bundestabelle T62 die Spalten fast vollständig umsortiert wurden. Die Zahl dazu lautete »190 von 192, nur 2 stehen still«. Einen Tag später maß ein zweiter Lauf für dieselbe Tabelle »191 von 195«. Zwei Läufe, zwei Ergebnisse, und mir fiel auf, dass 190 plus 2 nicht 191 ergibt, sondern 192.

Der researcher hat beide Zählungen aus denselben zwei Dateien nebeneinander rekonstruiert und dabei 48 Lesewege durchgerechnet. Das Ergebnis ist unbequemer als die Frage, welche Zahl stimmt.

Zählbasisgemeinsamwechseln den Platzstehen still
über den BKA-Staatsschlüssel, nur Staaten1911901
über die Spaltenüberschrift, alle Spalten1951914

Beide Zeilen sind richtig. Sie zählen Verschiedenes. Die untere zählt fünf Spalten mit, die keinen Staat bezeichnen, nämlich »Schlüssel«, »Straftat«, »Tatverdächtige insgesamt«, »Deutschland« und »Nichtdeutsche insgesamt«.

Die 192 gibt es in keiner der beiden Zeilen, und sie war die publizierte. Sie entsteht, wenn man die Summenspalten mitzählt und die Jahrgänge über den Namen verbindet. Dann fällt Staatsschlüssel 225 heraus, weil er 2024 »Athiopien« heißt und 2025 »Äthiopien«. Der Vergleich, aus dem die 192 stammt, hat den Staat an dieser Stelle verloren. Genau diesen Umlaut-Bruch beschreibt der Text vom 19. August, in dem die Zahl stand. Der Record hat den Defekt dokumentiert und ihn in seiner eigenen Zählung begangen.

Korrigiert am 27. August 2026. Hier stand: »Ein Namensvergleich sieht Äthiopien nicht.« Der Satz war zu stark. Er gilt für einen Vergleich, der Zeichen für Zeichen prüft, und nicht für jeden Namensvergleich; wer Umlaute auflöst, findet den Staat. Der researcher hat seinen Fund vom 19. August aus demselben Grund zurückgenommen: Eine Kontrolle, die den Verlust vorführen sollte, riss, weil seine eigene Normalisierung den Defekt heilte, den sie zeigen wollte. Sie hat also nicht die Daten gemessen, sondern seinen Vergleich. Die tragfähige Fassung ist schwächer und allgemeiner: Wie teuer eine Namensbrücke ist, hängt davon ab, wie nachsichtig sie vergleicht, und das ist eine Eigenschaft dessen, der sie baut, und nicht der Daten. Die 192, die 191 und die 190 sind davon unberührt, denn der Lauf, aus dem die 192 stammt, hat tatsächlich zeichengenau verglichen. Das bessere Beispiel für dieselbe Aussage steht seit dem 27. August in »Der Schlüssel trägt die Brücke, ISO nicht«: In der T62 des Jahrgangs 2025 stehen elf Staaten unter einem amtlich überholten Namen, und daran scheitert eine Namensbrücke ganz ohne Umlaut.

Und die »2 stillstehenden Spalten«? Nie gezählt. Sie waren 192 minus 190. Stehen geblieben ist genau eine Staatsspalte, Tadschikistan, Schlüssel 470, in beiden Jahrgängen an Position 174. Die Zeile, die der researcher aus diesem Fall behält, ist die schärfste des Tages:

Eine Zahl, die aus zwei anderen subtrahiert wurde, sieht im Satz aus wie eine Beobachtung. Geprüft wird sie nie, weil sie aufgeht.

Der Text von order 28 trägt seit heute einen sichtbaren Korrekturkasten. Die 190 selbst war und bleibt richtig.

Am 20. August haben wir veröffentlicht, dass die Summenzeile der Kriminalstatistik Personen zählt und nicht Fälle. Der Beleg ist ein Vorzeichen, das 39 Mal gleich ausfällt: In allen 39 Jahrgängen von 1987 bis 2025 ist die Zeile »Straftaten insgesamt« kleiner als die Summe über die acht Straftatenobergruppen. 2025 sind das 201.477 Personen Abstand.

Dieses Urteil ist unberührt. Alle absoluten Werte reproduzieren, es gibt keinen Ausreißer, und die Ableitung, die darauf steht, steht weiter.

Was nicht stimmte, war ein Wort. Der Record beschrieb den Abstand als »Prozent der Summenzeile«, gerechnet war er auf »insgesamt«. Auf welchem Nenner man misst, verschiebt die ganze Reihe:

gemessen an198920202025
der Summenzeile »Straftaten insgesamt«15,1 %25,4 %24,5 %
der Summe der acht Obergruppen13,1 %20,2 %19,65 %

Kein Wert dieser Tabelle ist falsch. Sie sind Antworten auf zwei verschiedene Fragen, und keine von beiden sieht man ihr an. Unser publizierter Text nannte die richtigen Ziffern und nannte den Nenner überhaupt nicht. Seit heute steht er dort, in der Tabellenzeile selbst und nicht nur im Absatz darüber, denn eine Tabellenzeile reist weiter als der Vermerk über ihr.

Nebenbei ist damit eine offene Stelle geschlossen. Das Minimum der Reihe liegt in 1989 und nicht in 1995, wie der Record es an einer Stelle behauptete. Wir hatten die Spanne deshalb sechs Tage lang ohne ihr Minimumjahr geführt.

Ein falscher Wert stirbt an der ersten Nachrechnung. Ein richtiger Wert unter einem falschen Wort überlebt jede, denn die Zahl hält stand, solange man ihren Bezug rät statt ihn zu lesen. Deshalb dauert es länger, und deshalb fällt es niemandem beim Prüfen auf, sondern nur jemandem, der zwei Angaben nebeneinanderlegt.

Der researcher hat sich beim Aufräumen desselben Fehlers ein drittes Mal daran gestoßen, und dieser Fall ist der lehrreichste, weil er in seinem neuen Werkzeug passierte. Er suchte die acht Obergruppen über die Form ihres Schlüssels, also über das Muster `N00000`. Gefunden hat er damit zweimal eine Restklasse statt einer Obergruppe. In 30 von 39 Jahrgängen kippte daraufhin das Vorzeichen. Eine Form ist kein Beleg.

Sein erster Ersatz trug auch nicht, und dessen Scheitern ist der bessere Fund. Er wollte das richtige Gruppenpaar über die Zeile »Diebstahl insgesamt« bestimmen: Welches Paar diese Zeile reproduziert, ist die Gruppensumme. Ergebnis null von 39. Diese Zeile ist selbst entdoppelt, denn wer einfach und schwer stiehlt, steht dort einmal und in der Summe zweimal. In dieser Datei taugt keine Zeile als Additionsprobe, weil jede Summenzeile eine Personenzahl ist. Ein Schiedsrichter aus derselben Eigenschaft, die man messen will, ist keiner.

Entschieden hat es am Ende nicht die Form, sondern zwei Eigenschaften aus der Datei. Eine Obergruppe trägt in jedem Jahrgang eine Zeile, die beiden Restklassen tun das in 1 von 39. Und eine Zerlegung kann durch Entdopplung nur verlieren: 2021 liegt das richtige Paar 10.152 über der Diebstahlszeile, das falsche 90.640 darunter und ist damit eine Teilmenge.

Für dieses Issue gilt ab heute zusätzlich zur Leseregel vom 19. August: Wer eine Spaltenzahl der T62 nennt, sagt dazu, ob er Staaten zählt oder Spalten. Wer einen Anteil aus der ZR-TV-07 nennt, sagt dazu, an welcher Zeile er gemessen ist.

Beide Sätze klingen nach Pedanterie. Sie sind der Unterschied zwischen 191 und 195, zwischen 24,5 und 19,65, und in beiden Fällen wäre die falsche Lesart durch keine Nachrechnung aufgefallen.

Der Satz, der von diesem Tag bleibt, ist die Umkehrung von dem, der am 19. August blieb. Damals hieß er: Eine Zahl, die falsch ist, sieht meistens richtig aus. Heute heißt er: Eine Zahl, die richtig ist, sagt nicht dazu, worauf sie sich bezieht. Das muss man schreiben, und wir hatten es zweimal vergessen.

Auflage für jede Darstellung dieser Zahlen:

  1. BINDEND, researcher und writer gleichlautend: Kein Vorwurf an das BKA. Beide Zählweisen der T62 sind legitim und beantworten verschiedene Fragen, und beide Nenner der ZR-TV-07 sind rechenbar. Beide Fehler sind unsere eigenen, in unseren eigenen Records, und beide haben wir selbst gefunden. Kein Anriss und keine Überschrift darf daraus eine Meldung über eine Behörde machen.
  2. BINDEND, und sie ist der Text selbst: Keine Zahl aus diesem Text darf ohne ihre Bezugsgröße zitiert werden. Weder »191« ohne »gemeinsame Staatsschlüssel« noch »24,5 Prozent« ohne »der Summenzeile«. Ein Anriss, der eine dieser Zahlen nackt zeigt, begeht den Fehler, den der Text beschreibt, an dessen eigenem Beleg.
  3. BINDEND: Das Urteil über die Entdopplung ist von alledem unberührt. In 39 von 39 Jahrgängen ist die Summenzeile kleiner als die Summe ihrer acht Obergruppen, ausnahmslos, und alle absoluten Werte reproduzieren. Betroffen sind zwei Beschriftungen, kein Vorzeichen und keine Ableitung. Wer diesen Text als Zweifel an der Ableitung liest, hat ihn falsch gelesen, und die Formulierung muss das verhindern.
  4. BINDEND, unverändert vom 20.08.: Wer die 39 Jahrgänge zitiert, zitiert den Entdopplungstest, nicht die Teilmengenbedingung, die nur 21 Jahrgänge abdeckt.
  5. EIGENE AUFLAGE: Der Satz über die Subtraktion, die aussieht wie eine Beobachtung, gehört dem researcher und wird ihm zugeschrieben. Er hat den Fehler in seinem eigenen Record gefunden und die Zeile daraus selbst formuliert.
Bundeskriminalamt, Polizeiliche Kriminalstatistik: Bundestabelle T62 »Straftaten und Staatsangehörigkeiten nichtdeutscher Tatverdächtiger«, Berichtsjahre 2024 und 2025; Zeitreihe ZR-TV-07 »Nichtdeutsche Tatverdächtige ab 1987, 4-stelliger Straftatenschlüssel«, V1.0, 39 Jahrgänge 1987 bis 2025

Die Liste hängt an der Zeile

»Die zwanzig auffälligsten Staatsangehörigkeiten« gibt es nicht: Dieselbe Auswahlregel auf drei Zeilen derselben Tabelle ergibt 25 Länder auf 20 Plätzen — nur 16 stehen in allen drei Listen, und der erste Platz wechselt dreimal

Das Bundeskriminalamt wertet für uns eine Kreuzung aus, die es in keiner veröffentlichten Tabelle gibt — und es will dafür zwanzig Staatsangehörigkeiten benannt bekommen. Die Regel für die Auswahl stand vor der Ziehung fest: die zwanzig nach Tatverdächtigenzahl größten, Berichtsjahr 2025.

Beim Ziehen fiel etwas heraus, das niemand gesucht hat. Dieselbe Tabelle führt drei Summenzeilen: alle Straftaten, alle ohne die ausländerrechtlichen Verstöße, und Gewaltkriminalität. Wendet man dieselbe Regel auf jede dieser drei Zeilen an — eine Datei, ein Berichtsjahr, ein Abzug —, ergeben sich nicht drei gleiche Listen:

Staatsangehörigkeiten auf 20 Plätzen25
in allen drei Listen16
in genau zwei3
in genau einer6

Und der erste Platz ist in jeder der drei Listen ein anderer: Türkei bei allen Straftaten (79.205), Rumänien ohne die ausländerrechtlichen Verstöße (65.299), Syrien bei Gewaltkriminalität (13.518).

Weil die Auswertung nach Deliktbereich aufschlüsselt. Wer nicht unter den zwanzig Namen steht, bekommt für keinen Deliktbereich eine Zelle — die Entscheidung über die Zeile entscheidet also mit, worüber später überhaupt etwas gesagt werden kann.

Zwei Fälle zeigen das in beide Richtungen. Indien liegt bei allen Straftaten auf Rang 19 und ist damit dabei; ohne die ausländerrechtlichen Verstöße wäre es Rang 31, bei Gewalt Rang 32 — 54,2 Prozent seiner Tatverdächtigen sind ausschließlich ausländerrechtlich erfasst. Somalia geht den umgekehrten Weg: Rang 27 bei allen Straftaten, aber Rang 17 bei Gewalt. Nach der Regel ist es nicht dabei.

Keiner dieser Wege ist ein Fehler der Statistik. Die Tabelle hat drei Zeilen, und mehr als eine davon ist legitim. Der Fehler entsteht bei dem, der eine auswählt und die Auswahl nicht dazusagt.

Die zwanzig decken 69,4 Prozent aller nichtdeutschen Tatverdächtigen des Jahres 2025 ab (571.848 von 823.609); die übrigen 251.761 verteilen sich auf 170 weitere Staatsangehörigkeiten. Zwischen Platz 20 und 21 liegen 517 Personen — das ist nicht knapp. Zwischen Platz 21 und 22 liegen dagegen 11 Personen und zwischen 18 und 19 34. Die Kurve ist an der Grenze flach: Wer die Regel auf 22 änderte, träfe eine Entscheidung, die praktisch ein Münzwurf ist.

Dazu kommt eine Kategorie, die keine Staatsangehörigkeit ist und deshalb keinen Platz verbraucht: Bei 16.782 Tatverdächtigen ist die Staatsangehörigkeit ungeklärt. Läge sie in der Liste, stünde sie auf Rang 11 — größer als zehn der zwanzig ausgewählten Gruppen. Mit »staatenlos« (2.176) und »ohne Angabe« (860) sind es 19.818 Personen, über die sich nach Herkunft nichts sagen lässt.

Sie sind Absolutzahlen ohne Bevölkerungsnenner, ohne Alters- und Geschlechtsstandardisierung, Tatverdächtige und keine Verurteilten — und im Zähler stehen weiterhin Personen ohne Wohnsitz in Deutschland. Die Reihenfolge jeder der drei Listen folgt im Wesentlichen der Gruppengröße in Deutschland, nicht der Auffälligkeit.

Deshalb zeigen wir keine der drei Listen. Was wir zeigen, ist der Abstand zwischen ihnen — und der ist eine Aussage über Definitionen, nicht über Länder.

Auflage für jede Darstellung dieser Zahlen:

  1. BINDEND, researcher: Keine der drei Listen wird als Rangliste gezeigt — weder als Balken, noch als sortierte Tabelle, noch als Aufzählung der zwanzig Namen. Eine nach Größe sortierte Länderliste über Tatverdächtige ist die Lesart, die dieses Issue seit dem 17.08. verbietet. Publizierbar ist die Aussage über Methode: 25 Länder, 20 Plätze, 16 Übereinstimmungen, drei verschiedene Erstplatzierte.
  2. BINDEND, researcher, vom writer am 18.08. eingebracht und hier gültig: Kein Ländername ist Subjekt einer Überschrift über Kriminalität — auch nicht in Bildunterschrift, Teaser, Social-Bild oder Anker-Link. Die fünf Ländernamen im Text stehen als Belege für die Instabilität einer Auswahlregel. Wer sie zu einer Aussage über die Länder macht, hat das Gegenteil weitergegeben.
  3. BINDEND: Falls eine Figur gebaut wird, dann eine Mengendarstellung ohne geordnete Achse (Überschneidung dreier Mengen). Keine Achse, auf der ein Land weiter oben oder weiter rechts steht als ein anderes.
  4. BINDEND: Alle Zahlen dieses Textes sind Absolutzahlen ohne Bevölkerungsnenner, ohne Alters- und Geschlechtsstandardisierung, Tatverdächtige und nicht Verurteilte, und mit dem seit dem 01.08. ausgewiesenen Nennerfehler (Personen ohne Wohnsitz in Deutschland stehen im Zähler). Die Reihenfolge jeder Liste folgt im Wesentlichen der Gruppengröße in Deutschland und nicht der Auffälligkeit. Dieser Absatz steht im Blatt, nicht in einer Fußnote.
  5. EIGENE AUFLAGE: Dieser Text darf nicht als »das BKA zählt falsch« angerissen werden. Die Tabelle ist korrekt; sie hat drei Zeilen, und mehr als eine davon ist legitim. Der Fehler entsteht bei dem, der eine auswählt und die Wahl nicht dazusagt.
Bundeskriminalamt, Polizeiliche Kriminalstatistik 2025, Bundestabelle T62 »Straftaten und Staatsangehörigkeiten nichtdeutscher Tatverdächtiger« (V1.0, 19.02.2026), Zeilen »Straftaten insgesamt«, 890000 und 892000

Der Schlüssel ist keine Zahl

Ein Straftatenschlüssel, den eine Tabellenkalkulation für eine Rechenaufgabe hielt: »3**100« steht in 32 von 39 Jahrgängen als 3e+100 — die Reihe zerfällt in zwei Stücke, die beide vollständig aussehen

Die Zeitreihendatei der Polizeilichen Kriminalstatistik führt ihre 14.933 Datenzeilen mit einem Straftatenschlüssel in der ersten Spalte. Diese Spalte ist kein Text — jedenfalls nicht durchgehend. Gemessen an der Zelle statt an ihrer Anzeige liegen dort 4.947 Einträge als Text, 9.794 als Ganzzahl und 192 als Fließkommazahl.

Für rein numerische Schlüssel ist das folgenlos, solange man vor dem Vergleich in Text zurückverwandelt. Für die PKS-Schlüssel mit Sternchen ist es nicht folgenlos. Der Schlüssel »3100« — einfacher Diebstahl von Kraftwagen — steht in 32 der 39 Jahrgänge** als `3e+100` in der Datei. Also als die Zahl 3 mal 10 hoch 100. Irgendwann ist die Spalte durch eine Tabellenkalkulation gelaufen, die die Sternchen für einen Rechenausdruck gehalten hat. Dasselbe gilt für die Schlüssel der Mopeds und der Fahrräder.

Wer die Zeitreihe dieses Delikts über den Schlüssel zusammensetzt, bekommt keine Reihe mit einem Loch. Er bekommt zwei Reihen unter zwei Namen: 32 Jahrgänge unter »3e+100«, 7 unter »3100« — 1991, 1992 und 2021 bis 2025 —, mit null gemeinsamen Jahrgängen**.

Beide Stücke sehen für sich vollständig und plausibel aus. Zum Vergleich der Fall vom Vortag: Dort war ein Land in einem von drei Jahrgängen falsch geschrieben. Hier sind es 32 von 39.

In derselben Datei tragen 30 Straftatenbezeichnungen mehr als eine Schlüsselschreibweise und 362 Schlüssel mehr als eine Bezeichnung. Beides ist gezählt, nicht geschätzt.

Und darunter liegt ein Fall, der uns eine Regel kaputt macht, an die wir uns seit dieser Woche halten. »Sexueller Übergriff, sexuelle Nötigung und Vergewaltigung mit Todesfolge« steht von 1999 bis 2017 unter dem Schlüssel 111500 und von 2018 bis 2025 unter 111900. Das ist kein Formatfehler, sondern eine echte Umschlüsselung.

Wer über den Namen verbindet, verschmilzt zwei Schlüssel. Wer über den Schlüssel verbindet, sieht zwei halbe Reihen. Für dieses Delikt gibt es keinen Leseweg, der richtig ist — man muss die Umschlüsselung kennen. Das ist die ehrliche Grenze unserer eigenen Regel, und sie gehört neben die Regel, nicht in eine Fußnote.

Keine unserer veröffentlichten Zahlen steht auf einem der zerstörten Schlüssel. Das ist nachgesehen, Schlüssel für Schlüssel: Die Summenzeile steht in allen 39 Jahrgängen als Text; die verkürzte Summenzeile in 19 Jahrgängen als Ganzzahl und in 5 als Text; die dritte in 32 als Ganzzahl und in 7 als Text.

Der letzte Satz enthält die eigentliche Warnung. Ein Vergleich auf den Rohwert statt auf die normalisierte Schreibweise hätte bei der verkürzten Summenzeile 19 von 24 Jahrgängen verfehlt — ohne Fehlermeldung, einfach mit weniger Treffern. Das Werkzeug normalisiert vorher und trifft alle; der Abgleich bestätigt es mit 68 neu hergeleiteten Zellen und null Abweichungen.

Kein Vorwurf an das Bundeskriminalamt und kein Befund über Kriminalität. Ein Befund über eine Datei.

Auflage für jede Darstellung dieser Zahlen:

  1. BINDEND, researcher: Das ist kein Vorwurf an das Bundeskriminalamt und kein Befund über Kriminalität. Es ist ein Befund über eine Datei. Jede Überschrift, jeder Anriss und jede Bildunterschrift, die anderes nahelegt, ist falsch.
  2. BINDEND: Der Fall »Sexueller Übergriff … mit Todesfolge« (111500 bis 2017, 111900 ab 2018) ist eine echte Umschlüsselung und kein Formatfehler. Er darf nicht mit den drei zerstörten Schlüsseln in einen Topf. Er steht hier, weil er die Grenze der Regel zeigt, nicht ihre Bestätigung.
  3. EIGENE AUFLAGE: Der Satz »über den Schlüssel verbinden, nie über den Namen« darf nach diesem Text nicht mehr ohne seine Ausnahme zitiert werden. Eine Regel, die man für ausnahmslos hält, ist an ihrer Ausnahme gefährlicher als gar keine Regel.
  4. EIGENE AUFLAGE: »Keine unserer publizierten Zahlen steht auf einem zerstörten Schlüssel« ist gemessen (drei Schlüssel einzeln nachgesehen, 68 Zellen neu hergeleitet) und nicht angenommen. Der Beleg gehört an den Satz, sonst ist es eine Beteuerung.
Bundeskriminalamt, Polizeiliche Kriminalstatistik, Zeitreihe ZR-TV-07 »Nichtdeutsche Tatverdächtige insgesamt ab 1987, 4-stelliger Straftatenschlüssel«, Berichtsjahr 2025 (V1.0, erstellt 13.02.2026), Blatt »T50_ZR insg«, Spalte 1

Eine Spalte daneben

Zwischen den PKS-Jahrgängen 2024 und 2025 wechseln 190 von 191 Staatsspalten den Platz, und die Zahl sieht immer noch richtig aus: Wer es nicht merkt, liest 1.271.638 statt 913.196

Korrektur vom 26.08.2026. Vorher: Die Angabe »190 von 192 gemeinsamen Staatsspalten wechseln den Platz; nur 2 stehen gleich« — in der Überschrift, im Fließtext und in der Zahlendeklaration. Sie stand seit dem 19.08. Jetzt: **190 von 191.** Und stehen geblieben ist **genau eine** Staatsspalte, Tadschikistan (Staatsschlüssel 470, in beiden Jahrgängen Position 174), nicht zwei. Der Zähler 190 ist unverändert richtig; falsch waren der Nenner und die Zahl der Stillsteher. Warum: Der researcher hat beide Zählbasis-Varianten aus denselben zwei Dateien nebeneinander rekonstruiert (Finding 2026-08-26-de-t62-zwei-zaehlbasen, 48 durchgerechnete Lesewege). Über den BKA-Staatsschlüssel verbunden sind es 191 gemeinsame Staaten. Die 192 entsteht nur, wenn man die beiden Summenspalten mitzählt UND über den **Namen** verbindet — dann sieht der Vergleich Staatsschlüssel 225 nicht, weil er 2024 »Athiopien« und 2025 »Äthiopien« heißt. Das ist genau der Umlaut-Bruch, den dieser Text seit dem 19.08. selbst beschreibt: Der Record hat den Defekt dokumentiert und ihn in seiner eigenen Zählung begangen. Die »genau 2 stillstehenden Spalten« waren nie gezählt, sondern 192 minus 190 — eine Subtraktion, die im Satz aussah wie eine Beobachtung und die niemand geprüft hat, weil sie aufging. Gemeldet habe ich den Widerspruch am 20.08., nachdem der Achsen-Sweep desselben Tages für dieselbe Tabelle »191 von 195« maß. Bis zur Antwort ist die live stehende Zahl unangetastet geblieben und keiner meiner Texte hat für T62 eine zweite Spaltenzahl genannt. Unberührt: Alles, wofür die Zahl angeführt war. Das Belegpaar 913.196 / 1.271.638 und die 39,3 Prozent Abweichung sind unverändert, ebenso der Tausch der beiden Summenspalten, der Umlaut-Fall selbst, die neun fehlenden Staatsspalten und die Leseregel am Ende des Textes. Die Aussage der Zahl — die Spaltenachse ist zwischen den beiden Jahrgängen praktisch vollständig neu sortiert — trägt in beiden Zählbasen. Standzeit: Stand vom 19.08.2026 bis zum 26.08.2026 auf dieser Seite.

Die Bundestabelle T62 der Polizeilichen Kriminalstatistik führt für jedes Berichtsjahr rund 190 Staatsangehörigkeiten in Spalten auf. Zwischen den Jahrgängen 2024 und 2025 hat sich diese Spaltenordnung geändert — unangekündigt und zweifach.

Erstens tauschen die beiden Summenspalten den Platz: In den Jahrgängen 2023 und 2024 steht »Deutschland« in Spalte 3 und »Nichtdeutsche insgesamt« in Spalte 4, seit 2025 umgekehrt. Zweitens wechseln die Staatsspalten von alphabetischer Sortierung auf den BKA-Staatsschlüssel. Von 191 gemeinsamen Staatsspalten stehen danach 190 an einem anderen Platz; die weiteste wandert von Position 13 auf Position 180. Stehen geblieben ist genau eine: Tadschikistan, Staatsschlüssel 470, in beiden Jahrgängen an Position 174.

Der Beleg, warum das gefährlich ist, ist ein Zahlenpaar:

aus dem Berichtsjahr 2024, Spalte 3
richtig gelesen: nichtdeutsche Tatverdächtige913.196
mit der Spaltenordnung von 2025 gelesen: deutsche Tatverdächtige1.271.638

39,3 Prozent Abweichung — und die falsche Zahl sieht vollkommen unauffällig aus. Sie ist siebenstellig, sie ist eine plausible Tatverdächtigenzahl, und keine Summenkontrolle innerhalb der Zeile schlägt an. Nur eine Prüfung, die den Spaltennamen liest, findet das.

Aufgefallen ist der Wechsel durch eine Negativkontrolle: eine Probe, die absichtlich abbrechen muss, wenn eine Kopfzeile verfälscht wird. Für den Jahrgang 2025 lief alles durch. Für 2024 brach der Lauf ab, ohne dass jemand etwas verfälscht hatte.

Dazu kam im selben Lauf ein zweiter Fund derselben Familie, und er gehört uns: Das erste Werkzeug verband die Jahrgänge über den Staatsnamen. Der Staatsschlüssel 225 heißt 2023 »Äthiopien«, 2024 »Athiopien« — zerschossenes Umlaut-Encoding —, 2025 wieder »Äthiopien«. Dieser Vergleich hätte das Land in einem Jahr still verloren und für das nächste einen Neuzugang gemeldet, den es nicht gibt. Repariert wurde er vor der Ziehung; gemeldet wird er trotzdem.

Und eine Klarstellung, die keine Meldung ist: Neun Staatsspalten fehlen 2025 gegenüber 2024. Das Blatt sagt in seiner eigenen Kopfzeile, warum — berücksichtigt sind nur Staatsangehörigkeiten mit mindestens einem Tatverdächtigen. Eine fehlende Spalte heißt null, nicht »abgeschafft«.

Nicht dem Bundeskriminalamt. Eine Tabelle darf ihre Spaltenordnung ändern, und die neue ist die bessere: Ein Staatsschlüssel bleibt gleich, ein Staatsname nicht — wie der Umlaut-Fall zeigt.

Der Fehler entsteht bei dem, der es nicht merkt. Deshalb gilt für jede Auswertung in diesem Issue: Spalten werden über die Kopfzeile gesucht und nie über ihre Position, die Kopfzeile wird vor dem Vergleich normalisiert, der Vergleich ist exakt statt Teilstring — und Jahresvergleiche verbinden über den Schlüssel, nie über den Namen.

Wie leicht man an dieser letzten Regel vorbeirutscht, hat sich eine Woche später an diesem Text selbst gezeigt. Die hier zuerst veröffentlichte Zahl »190 von 192« war über den Namen gezählt und hat Äthiopien genau deshalb verloren. Daraus folgt eine zweite Regel: Wer eine Spaltenzahl dieser Tabelle nennt, sagt dazu, ob er Staaten zählt oder Spalten. Ausgeführt ist das in »Die Zahl stimmt, das Wort darüber nicht«.

Der Satz, der von diesem Tag bleibt, ist derselbe wie gestern: Eine Zahl, die falsch ist, sieht meistens richtig aus.

Auflage für jede Darstellung dieser Zahlen: (0) neu 26.08., BINDEND: Wer eine Spaltenzahl dieser Tabelle nennt, sagt dazu, ob er **Staaten** oder **Spalten** zählt. Beide Zählweisen sind legitim und beantworten verschiedene Fragen: über den Staatsschlüssel 191 gemeinsame Staaten, über den Kopftext 195 gemeinsame Spalten (die fünf ohne Staatsschlüssel mitgezählt). Eine Spaltenzahl ohne ihre Zählbasis ist in dieser Tabelle keine Angabe.

  1. BINDEND, researcher und writer gleichlautend: Das ist kein Vorwurf an das BKA. Eine Tabelle darf ihre Spaltenordnung ändern, und die neue Ordnung ist die bessere — ein Staatsschlüssel ist stabil, ein Staatsname ist es nicht. Der Fehler entsteht bei dem, der es nicht merkt. Keine Überschrift, keine Bildunterschrift und kein Teaser darf einen Vorwurf, einen Verdacht oder eine Absicht behaupten.
  2. BINDEND: Das Zahlenpaar 913.196 / 1.271.638 darf nur mit seiner Erklärung gezeigt werden. Ohne sie sind es zwei Tatverdächtigenzahlen, und ihre Differenz sähe aus wie ein Befund über Kriminalität. Das ist genau die Fehllesart, die dieser Text beschreibt — sie würde sich an ihrem eigenen Beleg reproduzieren.
  3. BINDEND: 1.271.638 ist die Zahl der deutschen Tatverdächtigen 2024 und in keinem Satz dieses Textes eine Zahl über Nichtdeutsche. Die Zuschreibung steht im selben Satz wie die Zahl (B26).
  4. EIGENE AUFLAGE: Dieser Text erscheint nicht als »Fehler gefunden«-Meldung. Wir haben keinen fremden Fehler gefunden, sondern eine Falle, in die wir fast selbst gelaufen wären — und in einem Punkt sind wir es: Der Namens-Join des ersten Werkzeugs war unser eigener Fehler und steht deshalb im Blatt.
Bundeskriminalamt, Polizeiliche Kriminalstatistik, Bundestabelle T62 »Straftaten und Staatsangehörigkeiten nichtdeutscher Tatverdächtiger«, Berichtsjahre 2023 (15.02.2024), 2024 (07.02.2025) und 2025 (19.02.2026)

Vier Quellen mit Defekt, null Abweichungen

Wir haben unsere eigenen Zahlen nachgerechnet: Alle vier maschinell prüfbaren Quellen unter diesem Issue tragen einen Achsendefekt — und keine der geprüften Reihen trägt ihn weiter. 80 Zellen neu hergeleitet, 0 Abweichungen

Seit dem 16. August hat der researcher viermal denselben Defekt gefunden: eine Tabelle, in der etwas an seiner Position steht statt an seinem Schlüssel, so dass zwei Jahrgänge derselben Datei nicht dasselbe bedeuten. Jedes Mal fiel er nebenbei an, in einer Datei, die für etwas ganz anderes geöffnet war.

Vier Zufallsfunde sagen etwas über die Welt und nichts über uns. Deshalb die Frage, die hans mit einem Termin versehen hat: Trägt eine unserer live stehenden Reihen diesen Defekt? Nicht »könnte sie« — gemessen, mit Zahl. Hier ist die Antwort, einen Tag vor Termin.

Der Sweep trennt zwei Fragen, die vorher eine waren. Erstens: Trägt die Quelle einen Achsendefekt? Zweitens: Trägt die Reihe, die bei uns im Blatt steht, ihn auch?

QuelleErgebnis
PKS-Zeitreihe ZR-TV-07Fund — Schlüsselspalte in drei Speichertypen, drei Schlüssel vom Zahlformat zerstört
PKS-Bundestabelle T61Fund — Zeilenachse in 11 von 11 Jahrgangspaaren bewegt, Spaltenachse einmal
PKS-Bundestabelle T62Fund — bekannt, siehe »Eine Spalte daneben«
Danmarks Statistik, StatBankFund — Referenzgruppe in zwei Schreibweisen

Vier von vier. Bei T61 kam ein Wechsel ans Licht, den wir vorher nicht kannten: Von 2022 auf 2023 wechseln 1.123 von 1.138 gemeinsamen Schlüsseln ihre Zeilenposition, und im selben Sprung bewegt sich zusätzlich die Spaltenachse. Auf der dänischen Seite heißt die Referenzgruppe in 19 Dateien »Persons of Danish origin« und in dreien »Persons of danish origin« — kleines d. Diese drei sind Einkommen und Arbeitsmarkt, also genau die Tabellen, mit denen man prüft, ob Beschäftigung den Abstand erklärt. Und die dänischstämmige Gruppe ist der Nenner jedes Verhältnisses, das wir in diesem Issue veröffentlichen.

geprüfte ReiheQuelleZellenAbweichungen
ausländerrechtlicher Teil, 17 JahrgängeZR-TV-07680
Statusachse, 12 JahrgängeT61120
dänische Join-VokabulareStatBank2 Paare0 verlorene Kategorien

80 Zellen, 0 Abweichungen. Die Werte wurden nicht nachgeschlagen, sondern aus dem Rohbestand neu hergeleitet: Zeilen über den Schlüssel, Spalten über die Kopfzeile, nie über eine Position.

Dass das keine Beruhigung sein darf, hat der researcher selbst dazugeschrieben, und es ist der Satz, der von diesem Tag bleibt:

Alle vier maschinell prüfbaren Quellen unter unseren Reihen tragen einen Achsendefekt. Keine der geprüften Reihen trägt ihn weiter — und zwar nicht durch Glück, sondern weil jede von ihnen Zeilen über den Schlüssel und Spalten über die Kopfzeile liest.

Das ist ein Beleg dafür, dass die Leseregel wirkt. Es ist keiner dafür, dass die Quellen in Ordnung wären.

Ein Sweep, der nie ausschlägt, ist von einem, der nichts prüft, nicht zu unterscheiden. Deshalb liefen drei Negativkontrollen mit, und alle drei haben angeschlagen: eine verfälschte Kopfzeile meldete 20 falsche Neuzugänge, ein verfälschter Schlüssel 56, und ein um genau 1 verfälschter publizierter Wert erzeugte genau eine Abweichung — nicht null und nicht zwei.

Gefunden hat der Sweep außerdem einen Fehler in sich selbst, bevor irgendjemand seinem Ergebnis glauben musste: Seine erste Fassung baute die Spaltenüberschrift aus allen Zeilen oberhalb der Daten zusammen und erwischte dabei den Blatttitel, der in dieser Datei in der Schlüsselspalte steht. Der Abgleich las damit einen Schlüssel als Wert und meldete 68 von 68 Zellen als Abweichung — derselbe Mechanismus, den er sucht, im eigenen Werkzeug.

Vollständig neu hergeleitet sind 2 von 33 Reihen. Die anderen 31 sind keine Freisprüche, sondern drei benannte Gruppen:

  • Issue 002 (Bautempo), rund 8 Reihen: nicht mechanisch prüfbar. Die Quellen sind Fließtext-PDFs. Dort kann sich keine Achse verschieben, weil es keine Tabelle gibt. Das ist eine andere Fehlerklasse, kein grünes Häkchen.
  • Dänischer Block, rund 18 Reihen: Achse geprüft, Werte offen. Der Vokabularvergleich ist gelaufen und sauber. Die Neuherleitung fehlt, weil das Archiv den Nenner in der nötigen Feinheit erst ab 2024 führt — eine Lücke unseres Archivs, keine der Quelle.
  • genesis- und AZR-Reihen, rund 5: offen, ohne Grund außer Reihenfolge.

Deshalb lautet der Satz nicht »null Funde in unseren Reihen«, sondern null Abweichungen in den 80 geprüften Zellen. Der Unterschied ist genau die Sorte, über die wir in dieser Woche dreimal gestolpert sind.

Auflage für jede Darstellung dieser Zahlen:

  1. BINDEND, researcher, wörtlich erbeten: Der zitierbare Satz hat zwei Hälften und darf nie nur mit der ersten stehen. Die erste lautet »alle vier maschinell prüfbaren Quellen tragen einen Achsendefekt«, die zweite »keine der geprüften Reihen trägt ihn weiter«. Wer nur die zweite zitiert, hat aus einem Befund eine Beruhigung gemacht. Wer nur die erste zitiert, behauptet einen Schaden, den es in unseren Zahlen nicht gibt.
  2. BINDEND, researcher, wörtlich: Es heißt »null Abweichungen in den 80 geprüften Zellen« und nicht »null Funde in unseren Reihen«. 80 Zellen sind 2 von 33 Reihen. Die kürzere Fassung behauptet eine Abdeckung, die nicht gemessen ist.
  3. BINDEND: Dieser Text ist kein Freispruch für die Quellen. Er sagt, dass unsere Leseregel wirkt, nicht dass die Dateien in Ordnung wären. Beides in einem Satz zu verschmelzen ist genau der Fehler, den der Text beschreibt.
  4. EIGENE AUFLAGE: Die Abdeckungszahl »2 von 33« darf in keinem Anriss und keiner Überschrift fehlen, wenn die 80 Zellen darin vorkommen. Eine Prüfsumme ohne ihre Abdeckung ist eine Werbeaussage.
  5. EIGENE AUFLAGE, WORTWAHL: »sauber« ist im ganzen Text an eine geprüfte Reihe gebunden, nie an eine Quelle. Für Quellen gibt es in diesem Issue nur »Fund« oder »nicht geprüft«.
Eigene Messung über den archivierten Rohbestand: BKA PKS Zeitreihe ZR-TV-07 (39 Jahrgänge), BKA PKS Bundestabelle T61 (12 Jahrgangsdateien 2014–2025), BKA PKS Bundestabelle T62 (3 Jahrgangsdateien 2023–2025), Danmarks Statistik StatBank (50 CSV-Abzüge aus 11 Tabellen)

Null von 93 Feldern

Die dritte Sprosse der dänischen Leiter kann es in Deutschland nicht geben: Keine der vier amtlichen deutschen Kriminalstatistiken erhebt ein einziges sozioökonomisches Merkmal — null von 93 Feldern, und es fehlt für Deutsche genauso

Seit dem 4. August steht in unserer Tabelle die dänische Standardisierungsleiter: Der Kriminalitätsindex männlicher nicht-westlicher Nachkommen — alle Männer zwischen 15 und 79 sind 100 — fällt von 316 auf 245, wenn man das Alter herausrechnet, und weiter auf 203, wenn man zusätzlich die höchste Bildung in der Familie berücksichtigt.

Für Deutschland fehlt diese dritte Sprosse. Die Frage, die ich am 13. August aufgeschrieben habe, war: Gibt es irgendeine amtliche deutsche Auswertung, die Kriminalität nach Staatsangehörigkeit und einem sozioökonomischen Merkmal kreuzt?

Es fehlt nicht die Kreuzung. Es fehlt das Merkmal.

Das ist eine andere Aussage. Eine fehlende Kreuzung wäre eine Auswertungslücke: Jemand hat es nicht gerechnet, jemand könnte es rechnen, man könnte eine Sonderauswertung beantragen. Ein fehlendes Merkmal ist eine Erhebungslücke: Die Angabe steht in keiner deutschen Akte, aus der eine Kriminalstatistik gebildet wird. Niemand kann sie auswerten — nicht auf Antrag, nicht vor Ort im Forschungsdatenzentrum, auch nicht das Statistische Bundesamt selbst.

Statistikerhobene PersonenmerkmaleSozialmerkmal
Polizeiliche KriminalstatistikAlter, Geschlecht, Staatsangehörigkeit, Aufenthaltsanlass und -dauer, Wohnsitz–
StrafverfolgungsstatistikAlter, Geschlecht, Staatsangehörigkeit–
StrafvollzugsstatistikAlter, Geschlecht, Staatsangehörigkeit, Wohnsitz, Familienstand–
BewährungshilfestatistikAlter, Geschlecht, Staatsangehörigkeit–

Der Einwand dagegen liegt nahe: »Inhaltliche Schwerpunkte« in einem Qualitätsbericht ist eine Schwerpunktangabe, keine garantiert vollzählige Feldliste. Deshalb steht die Hauptquelle woanders — auf der Datensatzbeschreibung der Mikrodaten, gegen die Forscher ihre Auswertungen programmieren. 93 Felder, 79 Hauptmerkmale. Fünfzehn davon allein für Nebenstrafen, Maßregeln und Auflagen; Untersuchungshaft mit einzelnen Haftgründen; Vorverurteilungen nach Anzahl und Schwere. Kein Feld für Bildung, Beruf, Erwerbsstatus oder Einkommen — es fehlen sogar Familienstand und Wohnsitz. Die Volltextsuche liefert genau zwei Treffer, und beide sind Sanktionen: »Anordnung von Berufsverbot« und »Auflagen: Entschuldigung/Arbeitsleistung«.

Dänemark verknüpft: Das Strafregister hängt über die Personennummer an Einkommens-, Bildungs- und Familienregistern. Die dritte Sprosse fällt dort aus der Architektur heraus.

Deutschland erhebt aus Verfahren: Polizei, Gericht und Vollzugsanstalt melden je Verfahren, was in der Akte steht. In einer Anklageschrift steht kein Haushaltseinkommen. Die deutsche Statistik kann das Merkmal nicht verloren haben — sie hat es nie gehabt. Eine dreistufige deutsche Leiter bräuchte deshalb keine Sonderauswertung, sondern eine Rechtsgrundlage.

Er lautet: »Deutschland erhebt das für Ausländer nicht.« Das ist der Befund auf den Kopf gestellt. Das Merkmal fehlt für alle Verurteilten, für den deutschen genauso wie für den syrischen. Die deutsche Kriminalstatistik weiß von keinem Menschen, ob er Arbeit hat.

Geprüft sind die vier bundesweiten Statistiken; einzelne Länder oder Ressortforschung können Sondererhebungen fahren, die hier nicht erfasst sind. Die Feldliste gilt ab Berichtsjahr 2007 mit Ergänzungen ab 2009; eine spätere Erweiterung ist nicht gegengeprüft. Und geprüft ist die Erhebung, nicht jede denkbare Verknüpfung in einem Forschungsprojekt — eine solche wäre allerdings keine amtliche Auswertung.

Was es gibt, ersetzt die Sprosse nicht: Befragungen (Dunkelfeld- und Schülerstudien) kreuzen Sozialstatus und Herkunft, sind aber selbstberichtet und messen Taten statt Verurteilungen. Kreisvergleiche setzen Kriminalitätsraten gegen Sozialindikatoren — eine Aussage über Kreise ist keine über Menschen.

In meiner Lückenliste stand seit dem 13. August: »Ich vermute nein. Aber ›ich vermute nein‹ ist nach dem 11. August kein Satz mehr, den ich schreiben darf.« Die Vermutung stimmte, und sie war trotzdem zu schwach: Sie hätte eine Auswertungslücke behauptet, wo eine Erhebungslücke steht. Die Fehlanzeige ist hier der Befund — aber erst, seit jemand die Feldliste gezählt hat.

Auflage für jede Darstellung dieser Zahlen:

  1. BINDEND, researcher: Der Befund darf nicht als politische Zurückhaltung gegenüber Ausländern gelesen werden. Das Merkmal fehlt für alle Verurteilten, deutsche wie nichtdeutsche. Wer schreibt »Deutschland erhebt das für Ausländer nicht«, hat den Befund umgedreht. Der Satz, der das trägt: »Die deutsche Kriminalstatistik weiß von keinem Menschen, ob er Arbeit hat.«
  2. Der Unterschied zwischen fehlender Kreuzung und fehlendem Merkmal ist die eigentliche Aussage und darf nicht eingeebnet werden: Eine fehlende Kreuzung könnte jemand rechnen, ein fehlendes Merkmal niemand — auch nicht auf Antrag, auch nicht on-site.
  3. Die drei Ränder gehören sichtbar in den Text, nicht in eine Fußnote: geprüft sind die vier bundesweiten Statistiken; die FDZ-Feldliste gilt ab Berichtsjahr 2007 mit Ergänzungen ab 2009, eine spätere Erweiterung ist nicht gegengeprüft; geprüft ist die Erhebung, nicht jede denkbare Verknüpfung durch ein Forschungsprojekt.
  4. Kein Satz, der »Deutschland könnte, wenn es wollte, eine Sonderauswertung beauftragen«. Das ist genau der Kurzschluss, den das Finding ausräumt.
Forschungsdatenzentrum der Statistischen Landesämter, »Datensatzbeschreibung Strafverfolgungsstatistik ab 2007 (AS und JS)« — die vollständige Feldliste der Mikrodaten; dazu die Qualitätsberichte von Strafverfolgungs-, Strafvollzugs- und Bewährungshilfestatistik sowie die PKS-Richtlinien 2025 des BKA

Der Schlüssel trägt die Brücke, ISO nicht

Zwei Behörden dürfen dasselbe Land verschieden nennen, und der Schlüssel bleibt derselbe: Warum wir die Polizeistatistik über den dreistelligen Staatsschlüssel mit dem Register verbinden und ausdrücklich nicht über den ISO-Code

Wer zwei amtliche Tabellen nebeneinanderlegt, braucht etwas, woran er dieselbe Sache wiedererkennt. Die Polizeistatistik zählt Tatverdächtige nach Staatsangehörigkeit, das Ausländerzentralregister zählt Menschen nach Staatsangehörigkeit, und beide schreiben Namen in ihre Spaltenköpfe. Der Name liegt also nahe. Er ist trotzdem die schlechteste Wahl.

In der Bundestabelle T62 des Berichtsjahres 2025 stehen elf Staaten unter einem Namen, den die amtliche Systematik so nicht mehr führt. »Swasiland« für Eswatini. »Kap Verde« für Cabo Verde. »Tschechische Republik« für Tschechien. Nichts davon ist ein Tippfehler, und nichts davon ist eine Encoding-Panne. Zwei Behörden dürfen dasselbe Land verschieden nennen.

Gemessen sieht das so aus: Eine Brücke über den Namen findet 177 der 192 Staatsangehörigkeitsspalten bei zeichengenauem Vergleich und 178, wenn sie nachsichtig vergleicht. Eine Brücke über den dreistelligen Staatsschlüssel findet 189.

Das klingt nach Allgemeinwissen, und genau als Allgemeinwissen wäre es wertlos. Der researcher hat es deshalb gemessen statt vorausgesetzt: Schlüssel verbinden, Namen vergleichen. In 178 Fällen stimmt der Staatenname des BKA mit dem des Statistischen Bundesamtes überein.

Die Gegenprobe ist der Teil, der das Ergebnis trägt. Verschiebt man alle Schlüssel um eine Position, fällt die Namensübereinstimmung von 178 auf null. Die Zuordnung kommt also aus der Sache und nicht aus dem Verfahren.

Damit hängt an 189 der 192 Spalten ein belegter ISO-Code. Die drei ohne heißen »Staatenlos«, »Ungeklärt« und »Ohne Angabe«; die Systematik führt sie als Ersatzwerte, die keinen Staat bezeichnen. Praktisch heißt das für dieses Issue: Die 133 Lücken, die der data-analyst am 26. August offen melden musste, weil ihm für seine Zellen der ISO-Code fehlte, sind zu. Die Deckung geht von 84,5 auf 100 Prozent.

Zwei Vorbehalte gehören dazu, und beide stehen im Record. Die ISO-Spalte selbst ist außerhalb Deutschlands gegengeprüft, gegen die Länderliste der Weltbank, mit 187 von 187 prüfbaren Paaren identisch; ungeprüft bleiben Kosovo und Taiwan. Und die zweite Herkunft der Identität, die GENESIS-Wertecodes der Achse STAAG6, ist kein unabhängiger Beleg. Sie kommt aus demselben Haus wie die Systematik. Unabhängig ist allein, dass die dritte Seite das BKA ist.

Der ISO-Code ist die bequemere Währung. Er ist international, er steht in jeder Fremdtabelle, und er wäre hier der falsche Schlüssel.

Der Grund steht in einer Fußnote der Quelle selbst, am Ende des Blattes »2. Staatsangehörigkeit«: Der zweistellige Code der Tschechoslowakei wurde später für Serbien und Montenegro wiederverwendet. Das ist kein Versehen. ISO 3166-1 bezeichnet ein Gebiet zu einer Zeit, nicht eine Entität über die Zeit. Der deutsche Schlüssel dagegen vergibt eine Nummer nie ein zweites Mal.

In der ganzen Systematik kollidieren vier Codes:

ISOträgtundBestand ab 14 zum 31.12.2025
CSSerbien und Montenegro (132)Tschechoslowakei (162)15.395
YUJugoslawien (120)Bundesrepublik Jugoslawien (138)18.135
RSSerbien einschließlich Kosovo (133)Serbien (170)238.880
SDSudan einschließlich Südsudan (276)Sudan (277)10.495

Drei dieser vier legen einen Vorgänger mit seinem Nachfolger zusammen. Das kann man vertreten, solange man es sagt. CS legt zwei Staaten zusammen, die weder etwas miteinander zu tun haben noch je gleichzeitig bestanden haben. Wer das Register über ISO alpha-2 verbindet, zieht dort 15.395 Menschen zu einer Gruppe zusammen, gezählt über die Spalte »Insgesamt«; über männlich plus weiblich sind es 15.430. Beide Wege sind zulässig, und keiner ist der richtige.

Wichtig ist, wo der Schaden entsteht. In der Polizeistatistik selbst kollidiert im Jahrgang 2025 kein einziger Code, weil T62 keine historischen Kategorien führt. Der Schaden entsteht erst an der Naht zwischen den beiden Registern, und dort ist er unsichtbar: Die Summe geht auf, die Zeile sieht vollständig aus, und zwei Bestände stehen als einer da.

Wir verbinden die Polizeistatistik und das Register über den dreistelligen Staatsschlüssel. Der ISO-Code wird mitgeführt, weil ihn Fremdtabellen brauchen, und er wird nicht zum Verbinden benutzt.

Dass wir diesen Fehler nicht gemacht haben, ist nachgerechnet: In keiner der 45 Zellen vom 26. August läuft die Verbindung über einen ISO-Code, und in keiner ist etwas zusammengezogen. Der stärkere Satz steht aber daneben, und er kommt vom data-analyst selbst. Wir können den Fehler erst nicht mehr machen, seit die Verbindung am Schlüssel hängt. Bis zum 26. August hat uns die Vorsicht geschützt und nicht das Verfahren: Er hatte damals nur die Staaten emittiert, deren Namen in beiden Registern gleich lauten. Die Auswahl war die Sicherung.

Diese Vorsicht hatte einen Preis, und er ist beziffert. Elf der 135 Zellen, die seit dem 28. August über den Schlüssel laufen, gibt es über den Namen überhaupt nicht. Die größte ist Tschechien: Die Polizeistatistik schreibt »Tschechische Republik«, das Register schreibt »Tschechien«, und 1.079 Tatverdächtige sind deshalb am 20. August als »kein AZR-Treffer« aus der Tabelle gefallen. Kap Verde, Sudan, Südsudan, Bolivien, Venezuela und die USA sind dieselbe Bauart.

Der Satz dahinter ist allgemeiner, und er ist der, den wir am 19. August noch nicht sauber hatten: Wie teuer eine Namensbrücke ist, hängt davon ab, wie nachsichtig sie vergleicht, und das ist eine Eigenschaft dessen, der sie baut, und nicht der Daten. Ein Schlüssel stellt die Frage gar nicht erst. Ein wiederverwendeter Schlüssel stellt sie doppelt.

Auflage für jede Darstellung dieser Zahlen:

  1. BINDEND: Kein Vorwurf an das BKA und keiner an ISO. Die Wiederverwendung des Codes CS ist kein Fehler der Systematik, sondern eine Eigenschaft von ISO 3166-1: Der Code bezeichnet ein Gebiet zu einer Zeit und keine Entität über die Zeit. Das Statistische Bundesamt schreibt die Wiederverwendung selbst in einer Fußnote hin. Wer daraus eine Meldung über eine schlampige Behörde macht, hat den Text falsch gelesen.
  2. BINDEND, und sie ist die Regel dieses Textes: Wer eine dieser Zahlen zitiert, sagt dazu, worauf sie sich bezieht. Nicht »189« ohne »von 192 Staatsangehörigkeitsspalten der T62 im Berichtsjahr 2025«, nicht »15.395« ohne »Personen ab 14 im Register zum 31.12.2025«. Der Text vom 26.08. handelt von genau diesem Fehler; ihn an diesem Beleg zu begehen, wäre die schlechteste Art, ihn zu wiederholen.
  3. BINDEND: Die zweite Herkunft der Identität ist kein unabhängiger zweiter Beleg. Die GENESIS-Wertecodes der Achse STAAG6 und die Staats- und Gebietssystematik stammen aus demselben Haus. Unabhängig ist allein, dass die dritte Seite das BKA ist. Wer die Bestätigung als »zweifach belegt« zitiert, macht aus einem Haus zwei.
  4. BINDEND: Die 15.395 sind eine Zahl über einen hypothetischen Join, nicht über einen begangenen. Wir haben diesen Fehler nicht gemacht. Der Satz lautet »wer so verbindet, zieht zusammen«, und er darf nicht zu »wir haben zusammengezogen« werden.
  5. EIGENE AUFLAGE: Beide Summationswege der Registertabelle stehen im Record, 15.395 über die Spalte »Insgesamt« und 15.430 über männlich plus weiblich. Wer die Zahl zitiert, nennt den Weg dazu. Keiner der beiden ist der richtige.
Statistisches Bundesamt, Staats- und Gebietssystematik, Stand August 2026, Blatt »A2. Einträge systematisch« und Blatt »2. Staatsangehörigkeit«; verbunden mit BKA, Polizeiliche Kriminalstatistik, Bundestabelle BU-TV-22-T62, Berichtsjahr 2025, und GENESIS-Tabelle 12521-0003, Ausländerstatistik, Achse STAAG6, Stichtag 31.12.2025

Eine fehlende Spalte ist eine Null

Die Polizeistatistik führt eine Staatenspalte nur dort, wo jemand erfasst wurde: Von 2024 auf 2025 sind neun Spalten verschwunden und keine hinzugekommen, und eine fehlende Spalte ist deshalb ein Zähler von null und kein fehlender Wert

Korrektur vom 30.08.2026. Vorher: »Der data-analyst hatte elf Kategorien gemeldet … Sie zerfallen in drei Sorten«, und als dritte und einzige echte Lücke die Kategorien ohne Code. Jetzt: Zwölf Kategorien in vier Sorten. Die fehlende vierte sind sechs Vorgängerstaaten mit zusammen 45.810 Menschen im Register, darunter Jugoslawien, Serbien und Montenegro, die Sowjetunion und die Tschechoslowakei. Dazu genannt: 1.525 Menschen in den Gebieten ohne eigene Spalte, 8.015 in den Kategorien ohne Code und 90.090 unter »ungeklärt oder ohne Angabe«. Warum: Gemeldet vom data-analyst am 2026-08-30, der die Aufstellung führt. Ich hatte beim Schreiben zwei seiner Aufstellungen vermischt und die Sorte übersehen, bei der die Regel dieses Textes am teuersten wird: Bei einem Vorgängerstaat erzeugte »fehlende Spalte gleich null« den Satz »Jugoslawien: 0 je 100.000« über eine fünfstellige Zahl von Menschen, und dieser Fehler zeigt nach unten statt nach oben. Der Text handelt davon, dass man diese Sorten nicht zusammenwirft, und warf selbst zwei zusammen. Unberührt: Der Kernbefund und jede seiner Ziffern: 196, 200 und 191 Staatenspalten, die Schnittmenge 190, neun Wegfälle und kein Zugang von 2024 auf 2025, die Nullspaltenreihe 1, 7, 0 und Brunei als Zähler von null. Auch die Aussage, dass eine fehlende Spalte dort, wo sie eine Null ist, jede Rate nach oben hebt, gilt unverändert. Standzeit: Stand vom 29.08.2026 bis zum 30.08.2026 auf dieser Seite.

Die Polizeiliche Kriminalstatistik führt in ihrer Tabelle T62 die Tatverdächtigen nach Staatsangehörigkeit, eine Spalte je Staat. Wer daraus eine Zeitreihe baut, nimmt stillschweigend an, dass diese Spalten feststehen. Sie tun es nicht.

Über den BKA-Staatsschlüssel gezählt, ohne die Summenspalten und ohne Deutschland, das den Schlüssel 000 trägt, führt T62 im Jahrgang 2023 196 Staatenspalten, 2024 dann 200 und 2025 nur noch 191. Wer Deutschland mitzählt, kommt überall auf eine Spalte mehr; beide Reihen sind richtig, und wer sie nebeneinanderlegt, muss wissen, welche er vor sich hat. In allen drei Jahrgängen gemeinsam stehen 190 Spalten. Das ist kein vierter Jahresbestand, sondern die Schnittmenge: Zehn Schlüssel fehlen in mindestens einem der drei Jahrgänge.

Die Bewegung geht in jedem Übergang nur in eine Richtung. Von 2023 auf 2024 kamen vier hinzu, San Marino, Vatikanstadt, Nauru und Tuvalu, und keiner fiel weg. Von 2024 auf 2025 fielen neun weg, darunter Brunei, die Cookinseln, Vanuatu, Niue, Palau und die Marshallinseln, und keiner kam hinzu. Es sind ausnahmslos Kleinst- und Inselstaaten.

In der Zeile »Straftaten insgesamt« trägt im Jahrgang 2025 jede der 191 Spalten einen Wert über null. Keine einzige Spalte auf null. Im Jahrgang 2024 sind es sieben von 200, im Jahrgang 2023 eine von 196, nämlich Brunei. Die neun im Jahr 2025 weggefallenen Spalten trugen 2024 der Reihe nach 0, 0, 0, 0, 0, 0, 1, 1 und 2 Tatverdächtige.

Ein Unterschied, den wir hier selbst zunächst verwischt haben und der ausgerechnet in diesem Text zählt: Eine Spalte auf null ist nicht dasselbe wie eine leere Spalte. In allen drei Jahrgängen gibt es keine einzige leere Zelle und kein einziges nicht-numerisches Zeichen. Es gibt nur gedruckte Nullen. Die Tabelle sagt also immer etwas, wenn sie eine Spalte führt.

Die Tabelle führt eine Spalte also offenbar dort, wo jemand erfasst wurde. Ob dahinter eine geänderte Regel des Bundeskriminalamts steht oder der Zufall dreier Jahrgänge, sagt die Datei nicht, und wir behaupten es nicht. Umgekehrt gilt die Regel jedenfalls nicht: Mikronesien stand 2024 auf null und hat seine Spalte 2025 behalten. Eine Null im Vorjahr führt nicht zum Wegfall.

Eine fehlende Spalte im Jahrgang 2025 heißt nicht »das BKA führt diesen Staat nicht«. Bei Brunei heißt sie: null Tatverdächtige über alle Straftaten hinweg. Der Zähler ist damit nicht unbekannt, er ist null, und die Rate für Brunei ist nicht unbestimmbar, sondern null auf einen Bestand von 25 Personen.

Der Zusatz »über alle Straftaten hinweg« ist keine Vorsicht, sondern der ganze Bezug. Jede Zahl dieses Abschnitts steht auf der Zeile »Straftaten insgesamt« und nicht auf einer Auswahl von Gewaltdelikten. Das ist die richtige Zeile für die Frage, die dieser Text stellt, denn ob eine Spalte überhaupt gedruckt wird, hängt am Tabellenbestand und nicht an einer Deliktauswahl daraus. Es ist aber die falsche Zeile für jede Aussage über Gewalt. Dieser Text zählt Spalten, er misst kein Delikt.

Wie viel an dieser Zeilenwahl hängt, lässt sich seit heute beziffern, weil die Gegenreihe eine Adresse hat. Auf der Gesamtzeile stehen über die Jahrgänge 2023, 2024 und 2025 genau eine, sieben und null Spalten auf null. Zählt man stattdessen nur die Gewalt-Kernmenge, sind es 13, 19 und 16, und Brunei ist dort einer von acht Staaten mit zwei Nullen in Folge statt der eine Fall. Beide Reihen sind richtig, sie zählen verschiedene Dinge, und die zweite macht das Argument dieses Textes schwächer und ehrlicher zugleich: Wer Spalten auf null wegwirft, wirft in der Gewaltlesart nicht eine Zelle weg, sondern in jedem Jahrgang gut ein Dutzend.

Der Unterschied ist keine Feinheit. Wer eine fehlende Spalte als fehlenden Wert behandelt, lässt genau die Zellen weg, in denen niemand erfasst wurde, und hebt damit jede Rate an, die er über die verbleibenden bildet. Das ist ein Fehler, der nur nach oben zeigt.

Der data-analyst hat zwölf Kategorien gezählt, die im Register einen Bestand haben und in T62 keine Spalte. Sie zerfallen in vier Sorten, die nichts miteinander zu tun haben, und nur bei einer davon ist die fehlende Spalte eine Null.

Bei Brunei ist der Zähler null. Bei Hongkong und Macau steckt er in der Spalte für China, während das Register beide getrennt führt; zusammen 1.525 Menschen. Drei Kategorien haben in der Systematik gar keinen Code und damit gar keine Zelle, darunter die Palästinensischen Gebiete und die Britischen Überseegebiete, zusammen 8.015 Menschen. Nur diese dritte Sorte ist eine echte Lücke.

Die vierte ist die größte und die gefährlichste. Sechs Kategorien sind Vorgängerstaaten, die es so nicht mehr gibt, darunter Jugoslawien, Serbien und Montenegro, die Sowjetunion und die Tschechoslowakei, zusammen 45.810 Menschen im Register. Wer aus einer dieser Kategorien polizeilich erfasst wird, bekommt einen heutigen Schlüssel und landet im Zähler einer Nachfolgezelle. Eine Regel »fehlende Spalte gleich null« erzeugte hier »Jugoslawien: 0 je 100.000« über eine fünfstellige Zahl von Menschen, und dieser Fehler zeigt nach unten statt nach oben, dafür in einer einzelnen Zelle sehr weit.

Die größte Einzelkategorie ist keine von diesen vieren: 90.090 Menschen stehen im Register unter »ungeklärt oder ohne Angabe«. Für sie gibt es keinen Staat, zu dem eine Spalte gehören könnte.

Wer über T62 eine Reihe baut, hat eine Achse, die sich unter ihm bewegt. Die über alle drei Jahrgänge stabile Schnittmenge ist mit 190 Spalten kleiner als jeder einzelne Jahrgang.

Auflage für jede Darstellung dieser Zahlen:

  1. BINDEND, aus dem Record: Die Ursache ist nicht gemessen. Ob hinter dem Wegfall eine geänderte Regel des Bundeskriminalamts steht oder der Zufall dreier Jahrgänge, sagt die Datei nicht. Der Text behauptet es nicht und darf nicht so überschrieben werden, als hätte das BKA etwas abgeschafft.
  2. BINDEND: Kein Vorwurf an die PKS. Eine Tabelle, die nur besetzte Spalten führt, ist eine übliche und vertretbare Bauform. Der Fehler entsteht erst bei dem, der sie liest und eine fehlende Spalte für einen fehlenden Wert hält. Dieser Leser waren wir.
  3. BINDEND: Die vier Sorten bleiben getrennt. Brunei ist ein Zähler von null, Hongkong und Macau stecken im Zähler Chinas, und die Palästinensischen Gebiete haben in der Systematik gar keinen Code. Nur die dritte Sorte ist eine echte Lücke. Wer die zwölf Kategorien als eine Menge zeigt, macht aus lösbaren Fällen eine Datenlücke. Die vierte Sorte, die Vorgängerstaaten, ist die, bei der die Regel »fehlende Spalte gleich null« am teuersten wird, und der Fehler zeigt dort nach unten.
  4. EIGENE AUFLAGE: Keine Rate für Brunei zeigen, auch wenn sie jetzt berechenbar ist. Null Tatverdächtige auf 25 Personen im Register ergibt eine Rate von null, und sie ist richtig und nichtssagend. Der Befund dieses Textes ist, dass solche Zellen nicht weggelassen werden dürfen, und nicht, dass sie einzeln gezeigt gehören.
Bundeskriminalamt, Polizeiliche Kriminalstatistik, Tabelle BU-TV-22-T62 (Tatverdächtige nach Staatsangehörigkeit), Jahrgänge 2023, 2024 und 2025

Fast drei Viertel der Urteile gelten einer älteren Tat

Von den 632.115 Menschen, die deutsche Gerichte 2024 rechtskräftig verurteilt haben, wurden 72,8 Prozent für eine Tat aus einem früheren Jahr verurteilt. Über die Deliktgruppen reicht dieser Anteil von 60,72 Prozent im Straßenverkehr bis 98,66 bei Mord, wo von 149 Verurteilten genau zwei für eine Tat desselben Jahres verurteilt wurden

Wer eine Kriminalstatistik liest, liest zwei verschiedene Uhren. Die Polizei zählt Tatverdächtige in dem Jahr, in dem sie ermittelt; die Gerichte zählen Verurteilte in dem Jahr, in dem das Urteil rechtskräftig wird. Dass zwischen beidem Zeit liegt, weiß jeder. Wie viel, stand bisher in keiner unserer Quellen — und der data-analyst hat deshalb am 19. September ein unbeziffertes Wort aus seinem Methodenvermerk gestrichen.

Die Zahl gibt es, und sie steht nicht dort, wo man sucht. Nicht im Qualitätsbericht, sondern im Statistischen Bericht selbst.

2024 haben deutsche Gerichte 632.115 Menschen rechtskräftig verurteilt. 171.849 von ihnen für eine Tat aus demselben Jahr, 325.843 für eine Tat aus dem Vorjahr und 134.423 für eine ältere. Fast drei Viertel der Urteile gelten einer älteren Tat: 72,81 Prozent lagen vor dem Verurteilungsjahr.

Der Landeswert allein wäre eine Fußnote. Interessant wird die Tabelle, weil sie jede Deliktgruppe einzeln zerlegt. Über die 33 Deliktgruppen mit mindestens 100 Verurteilten reicht er von 60,72 bis 98,66 Prozent. Bei drei Vierteln der Gruppen liegt er über der Landeszahl — 26 von 33 liegen über 72,81.

DeliktgruppeVerurteilte 2024Tat vor dem Urteilsjahr
Straftaten im Straßenverkehr162.38460,72 %
Diebstahl79.38064,77 %
Körperverletzung32.00375,94 %
Betäubungsmittelgesetz36.43280,30 %
Raub und Erpressung6.59488,70 %
Gefährliche Körperverletzung17.58189,47 %
Totschlag31393,29 %
Sexueller Übergriff und Vergewaltigung1.67496,18 %
Mord (ohne Mordversuch)14998,66 %

Am unteren Ende dieser Leiter stehen die Straftaten im Straßenverkehr mit 60,72 Prozent; nur 7,35 Prozent der Taten dort liegen mehr als ein Jahr zurück. Am oberen Ende steht der Mord. Von 149 Menschen, die 2024 wegen Mordes verurteilt wurden, wurden genau zwei für eine Tat aus 2024 verurteilt, 58 für eine aus 2023 und 89 für eine ältere. Bei sexuellem Übergriff und Vergewaltigung liegen 62,78 Prozent der Taten mehr als ein Jahr zurück.

Diese Ordnung sieht nach Schwere aus. Dass sie es ist, ist eine Vermutung — »Schwere« ist in dieser Tabelle keine Größe, gegen die man prüfen könnte. Plausibel und ebenso ungemessen: längere Ermittlungen, mehr Instanzen, spätere Anzeigen. Welcher dieser Wege wie viel trägt, sagt die Tabelle nicht.

Jede Verurteiltenzahl eines Jahres ist ein Querschnitt durch mehrere Tatjahrgänge. Wer sie mit Tatverdächtigenzahlen desselben Jahres vergleicht, vergleicht zwei Zeitpunkte. Bei den schwereren Delikten liegt zwischen ihnen häufiger mehr als ein Jahr als bei den leichteren: 59,73 Prozent bei Mord und 62,78 bei sexuellem Übergriff und Vergewaltigung, gegen 7,35 im Straßenverkehr.

Zwei Grenzen gehören unmittelbar daneben, und die erste ist die wichtigere. Die Tabelle kreuzt das Tatjahr mit keiner Personenachse außer dem Geschlecht — nicht mit der Staatsangehörigkeit und nicht mit dem Alter. Wir wissen also, wie groß der Zeitversatz für Deutschland insgesamt und je Delikt ist, und nicht, wie er sich über Gruppen verteilt.

Die zweite: »Im vorhergehenden Jahr« ist ein Jahresraster, keine Dauer. Eine Tat vom Dezember 2023 und eine vom Januar 2023 stehen in derselben Spalte, obwohl elf Monate zwischen ihnen liegen. Eine Verfahrensdauer in Monaten führt diese Statistik nicht.

Und für Dänemark ist dieselbe Größe gar nicht gemessen. Wir tragen die deutsche nicht hinüber.

Auflage für jede Darstellung dieser Zahlen:

  1. BINDEND, aus dem Record: Die 98,7 Prozent bei Mord erscheinen nie ohne die 149 Verurteilten. Ein einzelner Fall bewegt diesen Prozentsatz um 0,7 Punkte. Dasselbe gilt für Totschlag (313) und Straftaten gegen das Leben (744).
  2. BINDEND, aus dem Record: Diese Tabelle kreuzt das Tatjahr mit keiner Personenachse außer dem Geschlecht. Es gibt sie nicht nach Staatsangehörigkeit und nicht nach Alter. Jede Darstellung, die den Zeitversatz einer Teilgruppe zuschreibt, geht über die Quelle hinaus.
  3. BINDEND, aus dem Record: Dass die Ordnung der Leiter die Schwere der Delikte ist, ist eine Vermutung und keine Messung — »Schwere« ist in dieser Tabelle keine Größe. Das Wort »Vermutung« steht im Text und wird nicht weggekürzt.
  4. BINDEND, aus dem Record: »Im vorhergehenden Jahr« ist ein Jahresraster und keine Dauer. Eine Tat vom Dezember und eine vom Januar desselben Jahres stehen in derselben Spalte. Eine Verfahrensdauer in Monaten führt diese Statistik nicht, und keine Darstellung darf eine nahelegen.
  5. EIGENE AUFLAGE: Für Dänemark ist dieselbe Größe nicht gemessen. Der deutsche Wert wird nicht auf dänische Zahlen übertragen, auch nicht als Größenordnung.
Statistisches Bundesamt, Statistischer Bericht Strafverfolgung 2024 (EVAS 24311), Tabelle 24311-10 »Verurteilte in Deutschland nach dem Jahr der Tat sowie nach vollendeter / versuchter Straftat — Kurzfassung«

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