273 Millionen Kinder ohne Schule – die Kennzahl, die sich sieben Jahre in Folge verschlechtert
Bei den meisten globalen Kennzahlen zeigt der Trend nach oben – weniger Armut, weniger Kindersterblichkeit. Die Bildung ist die Ausnahme, die man kennen sollte: 273 Millionen Kinder, Jugendliche und junge Menschen waren 2024 außerhalb des Bildungssystems. Es ist der siebte jährliche Anstieg in Folge.
Hinter der Summe stehen drei Altersgruppen: rund 79 Millionen im Grundschulalter, 64 Millionen in der unteren und 130 Millionen in der oberen Sekundarstufe. Die größte Lücke klafft also nicht bei den Jüngsten, sondern bei den Älteren – dort, wo der Schulbesuch am seltensten verpflichtend und am ehesten durch Arbeit oder Heirat verdrängt wird. Als Treiber nennt die UNESCO Bevölkerungswachstum, Krisen und sinkende Bildungsbudgets.
Zur Ehrlichkeit gehört die Unsicherheit der Zahl. Der neue Wert liegt rund 21 Millionen über der Schätzung vom Oktober 2024 (251 Mio.); Teile des UIS-Dashboards nennen 272 statt 273 Millionen. Solche Sprünge entstehen durch Datenrevisionen, nicht allein durch reale Veränderung – ein Teil des Anstiegs ist besseres Zählen. Die Richtung aber ist über sieben Jahre eindeutig, und das ist der eigentliche Befund.
Die Zahl stammt aus der SDG-4-Scorecard 2025 der UNESCO und ihres Statistikinstituts (UIS). Sie ist die passende Gegenfrage zu jedem Fortschrittsoptimismus: Woran gemessen verbessert sich die Welt – und woran gerade nicht?
- Herausgeber
- UNESCO / UNESCO Institute for Statistics (UIS) – SDG-4-Scorecard 2025Primärquelle
- Link
- https://www.unesco.org/en/articles/more-children-out-school-7th-year-row-273-million
- Bezugsjahr
- 2024
- Abgerufen
- 01.08.2026